Samstag, 11. Dezember 2010

Good Old Germany

Ich bin gestern in Düsseldorf gelandet und hatte erst mal einen leichten Kulturschock. Plötzlich versteht man wieder sämtliche Gespräche um einen herum, da es nur noch eine Sprache gibt. Man muss kein Englisch mehr sprechen, daran hatte ich mich  schon fast komplett gewöhnt. Man kann in einer Schlange stehen, ohne das sich ständig jemand vordrängelt. Die Straßen sind total leer. Es ist sauber und verdammt kalt. Irgendwie finde ich es fast krasser nach Deutschland zurückzukehren als auszureisen.
Der Flug mit Emirates war auf jeden Fall sehr angenehm. Ich bin morgens um 11 Uhr Ortszeit losgeflogen und um 19 Uhr in Deutschland gelandet. So hatte ich überhaupt keinen Jetlag wie beim Hinflug. Beim Start in Dubai habe ich aus dem Fenster das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa gesehen. Sowohl der Flughafen in Delhi als auch in Dubai sind sehr modern und sauber, so macht das Fliegen Spaß. Im Flieger gab es jede Menge Filme und auch ein paar Comedy Serien zu sehen und das Essen war gut. Allerdings hatte ich in Dubai leider nicht genug Zeit den Flughafen zu verlassen. Das wäre mit einem deutschen Pass nämlich scheinbar problemlos möglich. Die nennen das "Visa on Arrival".
Es ist schon ein ziemlich seltsames Gefühl zurückzuschauen und zu wissen, dass gerade ein Lebensabschnitt abrupt zu Ende gegangen ist. Falls jemand die Chance bekommen sollte für eine Zeit lang nach Indien zu gehen, kann ich nur sagen: Traut euch, es ist nicht immer angenehm aber es lohnt sich.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Lesern dieses Blogs und bei allen Menschen die dieses halbe Jahr zu einer unvergesslichen Zeit gemacht haben bedanken. Feiert schön Weihnachten und kommt gut ins neue Jahr. Bis zum nächsten Mal.

Jaipur

Ich bin wieder in Deutschland! Dazu aber später mehr, zunächst muss ich noch von Jaipur berichten, da ich ab dort keine vernünftige Internetverbindung mehr hatte.
Wir sind also von Agra aus nach Jaipur gefahren. Auf dem Weg liegt noch Fatehpur Sikri eine alte sehr gut erhaltene Stadt der Mughal Herrscher. Verfolgt wurden wir dabei vom Französischen Präsidenten Sarkozy, der das Taj Mahal und Fatepur Sikri jeweils einen Tag nach uns besucht hat. Somit hatten wir richtig Glück, da sonst alles abgesperrt gewesen wäre.
Als nächstes ging es weiter nach Jaipur wo wir drei Nächte lang übernachtet haben. Das Hotel (Tordi Haveli) war außer dem fehlenden WiFi auch mal richtig gut. Alles war aus Marmor, sogar die Betten.
In Jaipur haben wir natürlich den Hawa Mahal oder Palace of Winds besichtigt, das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Dieses Gebäude ist fünf Stockwerke hoch aber nur einen Raum tief. Durch die Fenster konnten die Haremsdamen den Bazar betrachten ohne selbst gesehen zu werden.
Außerdem haben wir noch Jantar Mantar angeschaut, eine alte Sternwarte die dieses Jahr neu von der UNESCO in die Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde und auch noch drei Forts. Amber Fort, Jaigarh Fort und Nahargarh Fort. Im Jaigarh Fort, welches auf Tiger Fort genannt wird haben wir die größte fahrbare Kanone der Welt gesehen, die "Jaivan". Die Kanone wiegt 50 Tonnen und musste von 2 Elefanten gezogen werden. Die Kanonekugel wiegt 50kg und man braucht 100kg Schießpulver. Am Abend haben wir dann noch die Sound und Light Show am Amber Fort angeschaut. Hier lohnt es sich nicht wirklich Eintritt zu zahlen, da man auch vom anderen Ufer des Sees aus alles sehen kann. Für Fotos ist es dort sogar noch besser, da man sonst selbst mit Weitwinkelobjektiv nicht alles drauf bekommen könnte.
Von Jaipur zurück nach Delhi sind wir mit dem Zug gefahren. Wir hatten ein klimatisiertes Abteil und haben Tee und Abendessen bekommen und waren uns einig, dass die Zugfahrt die bessere Wahl war als mit dem Auto zu fahren.
Zurück in Delhi haben wir uns noch Raj Ghat, das Gandhi Memorial angeschaut. An dieser Stelle wurde Gandhi nach seiner Ermordung 1948 verbrannt.
Wenn ich die Golden Triangle Tour abschließend bewerten soll bin ich etwas hin und her gerissen. Einerseits sieht man eine Reihe gut erhaltener und gepflegter Monumente, andererseits mussten wir zwei Wochen lange gegen die Touristenabzocke kämpfen.
Wenn ich also noch einmal wiederkomme, werde ich meine Zeit im Süden verbringen. Dort sind die Sehenswürdigkeiten zwar schlecht gepflegt aber die Menschen sind freundlicher und sprechen meist deutlich besser Englisch. Trotzdem würde ich die Tour jedem weiterempfehlen, der auf Städtereisen steht.  Wenn man nicht so viel Zeit in den Städten verbringen möchte sollte man sich aber zumindest das Taj Mahal ansehen. Nach der Indienreise versteht man dann schließlich auch warum es "Incredible !ndia" heißt.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Taj Mahal

Heute sind wir in Agra angekommen und direkt zum Taj Mahal gefahren. Es ist ziemlich beeindruckend aber man muss auch mal sagen, dass es eine Touristenfalle wie aus dem Lehrbuch ist. Vom einen Kilometer entfernten Parkplatz sollte man auf jeden Fall zu Fuß laufen und sich auf dem Weg dorthin nichts andrehen lassen. Man sollte den Komplex durch das Südtor betreten, da es so am beeindruckensten ist und es dort auch direkt am Eingang einen Ticketschalter gibt. Bloß nicht am Parkplatz ein Ticket zusammen mit einer überteuerten Elektroautofahrt andrehen lassen. Ich drücke mich im Blog ja nur ungern so aus aber die Eintrittsgebühren sind wirklich unverschämt hoch. Man zahlt als Ausländer sage und schreibe das 75 (fünfundsiebzig!) fache des Preises, den die Inder zahlen. Der Preis beträgt zur Zeit 750 Rupien.
Man muss aber zugeben, dass der ganze Komplex in einem tadellosen Zustand ist, außerdem kann man mit der Eintrittskarte scheinbar noch andere Sehenswürdigkeiten sehen. Dazu hatten wir aber heute keine Zeit, da wir erst am Nachmittag angekommen sind.
Wir haben dann also noch den Sonnenuntergang genossen und sind ins Hotel gefahren um einzuchecken. Im gleichen Hotel ist diese Nacht auch eine Hochzeitsgesellschaft untergebracht und es sieht so aus als ob wir bis auf weiteres erst mal keinen Schlaf finden werden. Vor dem Zimmerfenster spielt gerade wie verrückt die Hochzeitskapelle und es wird geböllert und Feuerwerkskörper gezündet.
In Agra selbst ist die Luftverschmutzung unglaublich hoch, so heftig habe ich es bis jetzt noch nirgendwo erlebt. Ich wundere mich wie die es schaffen, das Taj Mahal so sauber zu halten.
Den morgigen Tag werden wir auch noch hier verbringen und dann geht es weiter nach Jaipur.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Delhi Sigthseeing

Einen Tag nach meiner Ankunft hat sich das Wetter hier deutlich gebessert und wir hatten die ganze Woche Sonne. Wir haben uns jetzt auch so gut wie alle "must-see" Orte in Delhi angeschaut. Hier mal eine kleine Liste: Qutb Minar, Purana Qila (Old Fort), Lohdi Garden, Humayun's Tomb, Lal Qila (Red Fort), Chandni Chowk, Jantar Mantar, Lakshmi Narayan Temple (Birla Temple), Bahai's House of Worship (Lotus Temple), Connaught Place, India Gate, Akshardam. Außerdem waren wir noch in Saket in einer riesigen Shopping Mall.
Unser Hotel haben wir sehr günstig in Paharganj, direkt in der Nähe von New Delhi Railwaystation gefunden, für 300 Rupien (5 Euro) pro Nacht. Das Hotel (My Inn) war sauber und hat im Roof Top Restaurant einen echt guten Koch. Außerdem gab es einen Angestellten der uns Abends eine Flasche Bier unter der Hand verkauft hat. Die Umgebung ist für deutsche Augen ziemlich dreckig. Für mich, mit sechs Monaten Indien Erfahrung, überhaupt kein Problem aber es war mal wieder interessant zu sehen, wie meine Freunde aus Deutschland am ersten Tag darauf reagiert haben.
Für Leute die zum ersten Mal in Indien sind ist die Gegend rund um Main Bazar, so heißt die Straße hier, also eher nicht so empfehlenswert. Es sei denn man ist Backpacker und will sich direkt die volle Dröhnung geben. Man wird dort als Tourist auch ständig angesprochen, was auf die Dauer weniger angenehm ist. Ein Tipp noch: Hotel im Internet erst mal für eine Nacht buchen, dann kann man die nächste Nacht 5 Meter weiter umziehen, wenn es einem nicht gefällt.
Allgemein muss ich auch sagen, dass Delhi teurer ist als Hyderabad und man als Weißer viel mehr abgezockt wird, vor allem wenn man Leute dabei hat die noch gar keine Vorstellung von den Preisen in Indien haben. Man bezahlt also schnell mal das zwei, drei bis hin zum zehnfachen. Handeln ist an der Tagesordnung.
Man sollte auch nicht auf Einheimische hören die einem raten nicht mit einem bestimmten Verkehrsmittel zu fahren. Vor allem Busfahren funktioniert in Delhi sehr gut. Delhi hat neben einigen alten Bussen eine moderne Busflotte mit Gasantrieb und Klimaanlagen. Allerdings hat man wie überall in Indien erst mal ein großes Problem damit rauszufinden, mit welcher Linie man fahren muss. Das steht nirgends, also sollte man einfach mehrere Leute auf der Straße und die Busfahrer fragen.
Wenn man in Delhi alles sehen möchte benötigt man auf jeden Fall mehrere Tage, da die Sehenswürdigkeiten teilweise etwas weiter von einander entfernt sind und man immer etwas länger braucht um von A nach B zu kommen. Ein Fahrer lohnt sich auch nur bedingt, da er im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln recht teuer ist und man pro Tag meiner Meinung nach nicht mehr als drei oder vier Monumente schaffen kann. Der Wagen steht die meiste Zeit also nur rum. Allerdings ist es recht komfortabel gefahren zu werden.
Autorikshaws sind hier recht teuer da die Fahrer mit Ausländern verdammt hart verhandeln im Vergleich zu Südindien. Die Metro funktioniert gut, jedoch muss man teilweise sehr lange an Sicherheitskontrollen und Ticketschaltern anstehen.
Ich könnte jetzt noch sehr viel mehr zu den verschiedenen Orten schreiben, die wir besichtigt haben, aber ich muss ins Bett da wir morgen um 7 Uhr nach Agra zum Taj Mahal aufbrechen.

Donnerstag, 25. November 2010

Ankunft in Delhi

Als erstes muss ich mal positiv zum Rajdhani Express äußern. Für Leute die gerne Zug fahren auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Kein Vergleich zur Sleeper Class, hier gibts nämlich nur AC und der Zug hält viel seltener an. Außerdem sind sämtliche Mahlzeiten und Tee, nachmittags und morgens, im Preis inbegriffen.
In Delhi war ich vom Wetter etwas enttäuscht. Es ist zwar noch nicht richtig kalt hier aber der Himmel ist total wolkenverhangen. Wenn man 6 Monate lang 30 Grad und Sonne gewöhnt ist, wirkt das doch recht deprimierend. Außerdem kann man hier nicht mehr bis Mitternacht mit seinen Freunden im T-Shirt draußen rumsitzen, wie ich das vor zwei Tagen zuletzt noch getan habe. Bereue schon meine deutschen Freunde nicht nach Südindien eingeladen zu haben. Vielleicht ist die Trauer ja nicht ganz so groß, wenn man aus dem 5 Grad kalten Deutschland hier her kommt. Auch wenn der Verkehr im Süden viel chaotischer ist, sehne ich mich schon wieder zurück. Irgendwie merkt man doch immer erst nach einem Verlust, dass einem etwas ans Herz gewachsen ist.
Bei einer ersten kleinen Erkundungstour Richtung Tourist Office habe ich dann aber ein paar sehr nette Koreaner kennen gelernt. Das hat mir doch noch den Tag gerettet. Wir haben zusammen Abend gegessen und jetzt bin ich einfach nur noch müde und gehe ins Bett.

Mittwoch, 24. November 2010

Auf nach New Delhi

In weniger als 30 Minuten werde ich meine Rückreise beginnen. Als erstes geht es nach New Delhi wo ich 2 Wochen bleiben werde und mit meiner Schwester, meinem Bruder und zwei Freunden eine sogenannte "Golden Triangle Tour" (Delhi - Agra - Jaipur) gebucht habe. Dazu aber später mehr. Von dort geht dann am 9. Dezember mein Flug über Dubai nach Düsseldorf.
Im Moment kämpfe ich noch mit meinem Gepäck, da hat sich doch in den letzten 6 Monaten so einiges angesammelt und der Computer auf dem ich gerade tippe muss auch noch mit.
Nach Delhi reise ich mit dem Rajdhani Express. Dieser Zug benötigt für die über 1600 km lange Strecke von Hyderabad nach Delhi etwa 23 Stunden. Auf der Schiene ist dies die schnellste Verbindung. Der Zug ist klimatisiert und kostet mit 1700 Rupien nur etwa halb so viel wie der günstigste Flug.
Die nächste Nacht werde ich also im Zug verbringen und irgendwann morgen um die Mittagszeit in Delhi in der Nizamuddin Railway Station ankommen.
In Delhi habe ich schon mal vorsorglich ein Hostel für die nächste Nacht gebucht.
Ich hoffe, dass ich in Delhi auch was schreiben kann. Zumindest ein Bild vom Taj Mahal möchte ich dann doch hier reinstellen.

Samstag, 20. November 2010

Hampi

Am Diwali Wochenende habe ich mit einem Freund Hampi besucht. Hampi ist ein Teil von Vijayanagara, der Haupstadt des Vijayanagara Königreichs (1336–1646). Es gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Da das Königreich aufgrund einer muslimischen Invasion untergegangen ist und bei dem Angriff fast alles zerstört wurde, findet man heutzutage nur noch wenige erhaltene Gebäude und viele Ruinen, die über ein riesiges Areal verstreut sind.
Man kann aber erahnen wie wohlhabend die Leute hier früher gewesen sein müssen. Angeblich wurden hier auf dem Markt Diamanten und Edelsteine gehandelt, die Stadt wird manchmal auch mit dem alten Rom verglichen.
Heutzutage ist Hampi eher ein Paradies für Backpacker, die meisten kommen von Goa her. Viele Leute bleiben länger als geplant, da es hier total ruhig und entspannt zugeht, kein Vergleich zum Stadtleben. Nachdem man die alten Ruinen besichtigt hat, kann man sich für ein paar Tage in einem der Gästehäuser in der Nähe des Flußes einmieten und einfach nur entspannen.
Da wir aber leider nicht so viel Zeit hatten, mussten wir unseren Trip auf ein Wochenende beschränken. Von Hyderabad aus gibt es einen Nachtzug nach Hospet und von dort kommt man mit dem Bus problemlos in 30 Minuten nach Hampi.
Wir sind also in der Nacht von Freitag auf Samstag hin und in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder zurück. Insgesamt war das schon etwas stressig, ich würde empfehlen mindestens 3 Tage zu bleiben.
Für die Besichtigung empfehle ich zunächst die von der UNESCO ausgezeichneten Gebäude zu besichtigen, den Vitthala Temple Complex, den Lotus Temple und die Elephant Stables (Elefantenställe). Zusammen mit dem Museum gibt es dafür nämlich eine gemeinsame Eintrittskarte, die für einen Tag gültig ist und 250 Rupien kostet. Die meisten anderen Gebäude oder was davon übrig ist sind kostenlos und man kann je nach verfügbarer Zeit beliebig lange zwischen alten Ruinen hin und her wandern.
Es empfiehlt sich gegebenenfalls noch einen Roller zu mieten (150 Rupien plus Benzin), da die Distanzen zu Fuß und bei der Hitze doch teilweise einfach zu groß sind.
In der Nähe von Hampi und Hospet gibt es noch einen Staudamm (Tungabhadra Dam) zu besichtigen. Er ist nicht so hoch wie der Nagarjuna Sagar Damm aber mit 2,5 Kilometern und 33 Toren deutlich länger. Da unsere zwei Tage schon komplett verplant waren haben wir es leider nur noch Abends dort hin geschafft aber auch der Anblick bei Dunkelheit ist imposant.

Donnerstag, 4. November 2010

Festival Season

Zur Zeit befindet sich Indien mitten in der Festival Saison. Während meines Aufenthaltes hier bekomme ich 3 wichtige Festivals mit: Ganesha, Dasserra und Diwali. Dann gibt es noch ein weiteres großes Festival irgendwann im Januar, von dem ich mir den Namen nicht merken kann, es ist so etwas wie Ernte Dank. Neben diesen großen wichtigen Festivals gibt es noch jede Menge andere kleine je nach dem in welcher Region man sich gerade aufhält. Da blickt wohl niemand so genau durch und dadurch sind die Feiertage in den verschiedenen Staaten auch total unterschiedlich.
Die großen Festivals dauern immer mehrere Tage, vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern bei uns. Ganesh ist eine Gottheit mit Elefantenkopf die auf dem Höhepunkt des Festivals im Wasser versenkt wird. Das nennt sich dann Ganesh Immersion und stellt eine gewaltige Umweltverschmutzung dar. Das liegt daran, dass nicht nur ein Ganesh versenkt wird, sondern tausende. Hier in Hyderabad wird dazu Hussain Sagar, der See mit der Buddah Statue von dem ich schon einmal berichtet habe benutzt. Ich selber habe mir das Spektakel an dem Tag nicht angeschaut, da ich mir das gewaltige Verkehrschaos nicht antuen wollte, dass entsteht, wenn sich etwa eine Million Leute zur Prozession versammeln. Für das herablassen der größeren Ganeshfiguren, die teilweise mehrere Meter hoch sein können, stehen am Ufer des Sees extra mehrere Kräne bereit. Kleine Figuren werden einfach per Hand in den See befördert. Die Aufräumarbeiten danach stelle ich mir in etwa so vor wie nach einem Karnevalszug in Köln, nur das man die Farbe der Figuren nicht mehr aus dem Wasser bekommt, nachdem sie sich einmal aufgelöst hat.
Ganesha ist das erste Festival der Saison danach folgt Dasserra ein Festival zu Beginn der Erntesaison. An Dassera werden auch Gebete für verschiedene Gebrauchsgegenstände gesprochen. Für mich äußerte sich das so, dass ich plötzlich einen Punkt rote Farbe auf meinem Monitor und PC im Büro wiederfand. Außerdem werden an Dassera traditionelle Tänze aufgeführt. Ich selber habe so eine Aufführung in Shilparamam gesehen. Es war wirklich beeindruckend wie perfekt die zumeist jungen Damen die Tanzschritte einstudiert haben. Obwohl der Tanzstil natürlich sehr verschieden ist hat es mich an amerikanische Cheerleader oder deutsche Funkenmariechen erinnert. Ohne den Einsatz der Eltern wäre dies bestimmt nicht möglich.
Über Shilparamam werde ich, falls ich Zeit finde vielleicht noch einmal kurz berichten. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort einmal einen Abend zu verbringen um Souvenirs zu kaufen.
Als nächstes steht nun Diwali vor der Tür, das wohl wichtigste Festival des Jahres in ganz Indien. Diwali ist das Festival des Lichts. Bereits seit einer Woche werden in großem Stil Feuerwerkskörper verkauft, wie man es bei uns nur von Sylvester her kennt. Außerdem werden Laternen aufgehängt und mit Teelichtern beleuchtete Rangolis angefertigt. Ein Rangoli ist ein Bild auf dem Fußboden oder auf der Strasse, das aus verschiedenfarbigen Pulvern angefertigt wird. 
Zu den Festivals werden auch viel mehr Blüten verkauft als sonst. In Indien werden Girlanden aus Blüten als Dekoration angefertigt, so ähnlich wie die Blütenketten die man auf Hawaii umgehangen bekommt.
Ich werde Diwali leider nicht richtig miterleben, da ich für diesen Abend eine Zugfahrkarte nach Hampi gebucht habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von Diwali. Ich hoffe einfach, dass ich im Zug auch was von dem Feuerwerk sehen kann.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Nagarjuna Sagar

Nach längerer Pause, heute endlich mal wieder ein neuer Eintrag über meinen Trip nach Nagarjuna Sagar, der nun schon etwas zurückliegt. Nagarjuna Sagar ist ein gewaltiger Staudamm und Stausee, südöstlich von Hyderabad gelegen. Mit dem Bus benötigt man von der Mahatma Gandhi Bus Station gute 4 Stunden um dort hinzugelangen, die Fahrkarte kostet umgerechnet etwa 2 Euro.
Der Damm wurde von 1956 bis 1974 errichtet. Er ist ein Mutlifunktionaler Damm, d.h. er wird nicht nur zur Stromerzeugung verwendet sondern hat auch sehr positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft, auch in trockenen Perioden können nun die Felder bewässert werden. 
Die Leistung der Turbinen beträgt 815,6 MW. Leider darf man jedoch ohne eine Genehmigung vom Chief Engineer die Turbinenhalle nicht besichtigen. In den letzten Jahren wurden wohl die Sicherheitsvorkehrungen bei so strategisch wichtigen Zielen enorm erhöht, das bemerkt man hier immer wieder. Früher durfte man die Straße, die über den Damm führt betreten um sich alles aus der Nähe anzusehen. Das ist heute überhaupt nicht mehr möglich.
Man sollte nach Möglichkeit am Ende der Regenzeit dorthin fahren, sprich Mitte September, da dann der Stausee bis zum Rand gefüllt ist. Wenn man Glück hat, werden dann die Tore an der Oberkante des Damms geöffnet, da der See ansonsten einfach überlaufen würde. Die Chance alle 26 Tore offen zu sehen besteht leider nur sehr selten, an diesem Wochenende waren aber immerhin 8 Tore geöffnet, was auch schon beeindruckend aussieht. Sonntags waren dann auch richtig viele Menschen dort, um sich das Spektakel anzuschauen.
In der Nähe von Nagarjuna Sagar findet man noch Ettipotala einen wunderschönen Wasserfall, wenn man einmal dort ist sollte man sich den Anblick nicht entgehen lassen.
Da ich von einem bekannten Studenten nach Nagarjuna Sagar eingeladen worden bin, hatte ich die einmalige Möglichkeit im Dorf direkt neben dem Damm, in dem seine Eltern wohnen, zwei Nächte zu verbringen.
Leider habe ich mir dabei an den unglaublich niedrigen indischen Türen (ca. 1,70m-1,80m) mehrfach den Kopf gestoßen. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass die Türen so klein sind sondern, dass sie auch noch unterschiedlich hoch sind. Hat man sich also einmal auf die Höhe eingestellt und beugt seinen Kopf entsprechend, stößt man bei der nächsten Tür unweigerlich mit voller Wucht an. Kleiner Tipp von mir für ähnlich große Zeitgenossen: Immer mit einer Hand vor der Stirn durch Engstellen bewegen, auch in indischen Bussen kann es schon mal recht niedrig zugehen.
Ansonsten war es aber sehr angenehm in dem Dorf und ich fand es sehr interessant mal die einfache  Lebensweise der Inder kennen zu lernen. Allerdings gibt es dort kein fließendes Wasser, bzw. nur an einer Stelle im Haus und der Strom fällt mehrmals am Tag für längere Zeit aus. Die hygienischen Verhältnisse waren aber trotzdem einwandfrei. Vom Luxusniveau kann man es vielleicht am ehesten mit einem Campingplatz vergleichen.
Auf der Rückfahrt hab ich dann die schöne Natur mit jeder Menge Palmen genossen, die ich auf der Hinfahrt nicht sehen konnte, da es schon dunkel war.

Mittwoch, 29. September 2010

Ayodhya

Morgen soll das Urteil im Fall Ayodhya gesprochen werden. Es handelt sich hierbei um einen Streit zwischen Hindus und Muslimen.
In der uralten Stadt Ayodhya wurde eine Moschee auf den Ruinen eines Temples errichtet. Die Moschee wurde 1992 wiederum von Hindus zerstört.  Hm, das kommt einem doch irgendwoher bekannt vor.
Wer mehr wissen will sollte den Wikipedia Artikel lesen oder andere Quellen die es in großer Zahl im Internet gibt. Das ganze Dilema begann aber scheinbar schon 1885 und hat zahlreiche Klagen nach sich gezogen, die sich bis zum heutigen Tage hinziehen. Ich blicke selber noch nicht so ganz durch, jedoch gibt es scheinbar regelmäßig Unruhen und gewaltsame Übergriffe im Zusammenhang mit Ayodhya.
Besonders hier in Hyderabad wo die Bevölkerung jeweils zur Hälfte aus Muslimen und Hindus besteht sollte man morgen auf der Straße extrem vorsichtig sein. Da auch noch die Commonwealth Spiel unmittelbar bevorstehen sind die indischen Sicherheitskräfte zur Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft. Das Gericht wo das Urteil gesprochen werden könnte, falls es nicht wieder verschoben wird, soll einer Festung gleichen.
Ich bin mal gespannt ob ich morgen etwas davon mitbekomme. Einige Leute haben mir sogar geraten vielleicht besser zu Hause zu bleiben.

Mittwoch, 15. September 2010

Geburtstagspost

Heute ist mein Geburtstag. Ich erwähne es deswegen, weil ich von meiner Familie eine Karte in einem Brief bekommen habe und einige sich bestimmt fragen werden, wie lange denn die Post von Deutschland bis Indien benötigt. Der Brief kam exakt heute auf den Punkt genau hier an was ich total toll fand.
Laut Poststempel wurde er am 2.9.2010 abgeschickt. Aufgrund dieser ersten Messung können wir also schließen, das ein Brief hierher rund 14 Tage oder 2 Wochen benötigt.
Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch mal herzlich bei meiner Familie und allen indischen Freunden die heute mit mir gefeiert haben bedanken.

Freitag, 10. September 2010

Qutb Shahi Tombs

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich dort war aber ich muss auf jeden Fall noch über den Besuch der Qutb Shahi Tombs berichten. Wie ich glaube ich in meinem Post über Golkonda Fort geschrieben habe, sind dies die sieben Gräber einer Herrscherdynastie, genannt Qutb Shahi Kings, die hier in Hyderabad von 1518 bis 1687 geherrscht haben. Da es sich hierbei um ein Familiengrab handelt, sehen sich die Gebäude alle sehr ähnlich. Mir hat dieser Ort nicht nur wegen der interessanten Architektur gefallen, sondern vor allem auch weil es hier sehr ruhig und sauber ist. Sobald man den Rikshafahrern am Eingang klar gemacht hat, dass sie einen in Ruhe lassen sollen, kann man völlig ungestört die Idylle genießen und zwischen den einzelnen Gebäuden umherstreifen. 
Wenn man etwas Geld über hat und sich genauer informieren möchte, kann man sich, wie bei den meisten Monumenten in Indien, auch einen englischsprachigen Führer nehmen.
Was mich erstaunt, ist dass die Gräber sich bei den Hyderabadis nicht einer größeren Beliebtheit erfreuen. Die indische Stadtbevölkerung hat scheinbar noch nicht gelernt, wie man sich am Wochenende mal richtig entspannt.
Ich für meinen Teil werde, wenn ich Zeit dafür finde, jedenfalls noch einmal wieder kommen.
Was mir noch aufgefallen ist, scheinbar investieren die Behörden zur Zeit in Renovierungsarbeiten um das Gelände attraktiver zu gestalten und den drohenden Zerfall der einzelnen Gräber zu verhindern. Solche Monumente müssen ja im Prinzip ständig gewartet werden. Aus einigen der Zwiebeldächer kann man bereits kleine Bäume oder Sträucher herauswachsen sehen. Die verschmutzte Luft hinterlässt hier doch deutliche Spuren. Insgesamt fand ich den Zustand aber noch ganz passabel, man muss ja irgendwie auch erkennen können, das es sich hier um Jahrhunderte alte Gebäude handelt.

Montag, 16. August 2010

Steak!

Heute wurde ich für sämtliche Grillabende entschädigt, die ich diesen Sommer verpasst habe. Es war einer dieser Momente, wo es einem schwerfällt nicht in ein Dauergrinsen zu verfallen. Und zwar habe ich heute ein neues Restaurant namens "Chef Inam's Steak House 1" in Masab Tank ausprobiert.

Dies ist wohl so ziemlich der einzige Ort weit und breit wo man Rindfleisch zu essen bekommt. Aber nicht nur das, sondern es ist auch noch unverschämt gut. Für mich mit das beste Stück Fleisch was ich in meinem Leben gegessen habe, absolutes Topniveau. Nach dem was ich hier bezüglich Nahrungsaufnahme schon mitgemacht habe, hätte ich das niemals erwartet. Allein das Privileg, das Fleisch selbst mit Messer und Gabel zerlegen zu dürfen. Normalerweise wird hier in Asien ja schon immer alles vom Koch in mundgerechte Stücke zerlegt. Das sind Augenblicke in denen man einfach alle negativen Dinge vergisst, die man schon erlebt hat und sich denkt, nur dafür hat es sich schon gelohnt nach Indien zu kommen. Ich dachte bis jetzt, so zart und saftig kann Rindfleisch gar nicht sein. Ich bin mal gespannt ob ich noch weitere Läden entdecke wo man Steaks bekommen kann.

Ich denke mal, dass es außer der Zubereitung auch an der Fleischqualität liegt, dass es hier so gut schmeckt. In Europa und den USA werden die Rinder ja extrem hochgezüchtet, möglicherweise leidet darunter auch der Geschmack. Außerdem essen hier nur sehr wenige Leute Rindfleisch was sich auch im Preis wiederspiegelt. Für umgerechnet zwei Euro fünfzig bekommt man hier ein Steak, wofür man in Deutschland bestimmt 15 Euro hinblättern müsste. Abstriche muss man dabei lediglich beim Ambiente machen, da sollte wirklich noch dran gearbeitet werden. Trotzdem ist dieses Lokal bis auf weiteres für mich die kulinarische Topempfehlung in Hyderabad schlechthin.

Noch eine kleine Anekdote am Rande: Ich habe dort auch noch einen Deutschen getroffen. Er war erst 14 Jahre alt und wohnt hier bei einer indischen Gastfamilie. In diesem Alter muss das Erlebnis Indien noch mal wesentlich krasser sein. Für mich war es nach so langer Zeit ein ziemlich seltsames Gefühl mal wieder von Angesicht zu Angesicht auf Deutsch zu reden. Irgendwie habe ich mich schon daran gewöhnt, täglich Englisch zu reden, wenn auch noch immer relativ bescheiden wie ich finde. Die meisten Inder sind halt doch auch keine wirklichen native Speaker, wodurch man viel schlechte sprachliche Angewohnheiten übernimmt.

Wie dem auch sei. Ich werde auf jeden Fall bald wieder ins Steak House 1 einkehren und das nächste Steak auf der Karte probieren. Ein entsprechendes Foto werde ich dann auch nachreichen, leider hatte ich heute meine Kamera nicht dabei.

Samstag, 14. August 2010

Wäsche

Mir fällt im Moment keine Gute Einleitung ein, ich wollte einfach mal erzählen wie das mit dem Wäsche waschen hier so abläuft. Und zwar ist es in sofern ganz interessant, als dass Waschmaschinen hier in Indien im Gegensatz zu anderen technischen Spielereien wie Computer oder Handy, scheinbar immer noch sehr wenig bis gar nicht verbreitet sind. Es wird also konsequenter Weise noch per Hand gewaschen. Man kann dies entweder selber tun oder die Wäsche zum "Wasching Man" geben. Für 60 Rupien oder 1 Euro kann ich etwa 7 Kleidungstücke waschen lassen. Socken wasche ich immer selbst, alles andere lasse ich waschen.
Die Wäsche wird dann auch gebügelt. Dafür verwendet das Personal hier im Campus interessanter Weise ein mit Kohle befeuertes Bügeleisen wie man es in Deutschland noch von früher her kennt. Anderswo habe ich aber auch schon elektrische Bügeleisen gesehen, nicht dass jetzt hier grobe Vorurteile entstehen.
Nachdem ich dieses massive Bügeleisen auch mal selbst in der Hand hatte muss ich sagen, dass das Handling unglaublich gut ist, es lässt sich einfach total gut damit bügeln wohl auch wegen dem Gewicht und der Größe der Sohle. Die einzige Gefahr besteht darin, mit der Kohle aus dem Bügeleisen schwarze Flecken auf der Wäsche zu erzeugen. Ansonsten würde ich es  allen Bügeleisen vorziehen, die ich bis jetzt in der Hand hatte. Allein der dicke Griff liegt richtig schön in der Hand. Es kann natürlich sein, dass ich nach einem ausgiebigen Test meine Meinung ändern würde aber das martialische Gerät hat mich einfach total fasziniert.

Montag, 9. August 2010

IIIT Campus

Viele Leute haben mich nach Bildern von dem Gebäude und dem Gelände gefragt wo ich wohne. Da ich den Kontakt nach Indien über die Uni hergestellt habe, wohne ich hier, wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, in einem Campus. Das ist wirklich sehr angenehm, denn das Gelände liegt etwas außerhalb der Stadt und die Luft ist hier auch aufgrund der starken Vegetation vergleichsweise sauber. Außerdem habe ich schon super viele Studenten kennen gelernt. Der Nachteil ist, dass ich von hier aus mit dem Bus etwa eine Stunde bis zum meinem Arbeitsplatz brauche.
Ein Grund warum ich noch keine Bilder von dem Gebäude hier gezeigt habe ist, dass davor total viele Bäume stehen und man eigentlich gar kein richtiges Foto machen kann. Außerdem kann man nicht weit genug zurückgehen, weil auf der anderen Straßenseite ein anderes Gebäude steht. Deshalb haben wir uns heute etwas anderes einfallen lassen. 
Und zwar gibt es auf dem Gelände eine Art Bauruine. Ein Rohbau von einem neuen Gebäude, dass aufgrund der Wirtschaftskrise nicht fertiggestellt werden konnte, da der Sponsor aus der freien Wirtschaft kein Geld mehr hatte. Ich weiß nicht genau, ob die Firma pleite gegangen ist, jedenfalls stehen die Bauarbeiten still. Jetzt wird darauf gewartet, dass von irgendwo her wieder frisches Geld fließt um das Projekt fertigzustellen.
Über Deutschland liest man zur Zeit ja viel positives, was die Wirtschaft angeht, deshalb denke ich, dass die Firmen auch hier bald wieder voll durchstarten.
Wir sind also heute Nachmittag auf das Dach des Rohbaus gestiegen um von dort aus Bilder zu machen. Von da oben hat man wirklich eine super Aussicht. Neben dem Campusgelände befindet sich beispielsweise ein Stadium und auf der anderen Seite kann man einige moderne Bürogebäude sehen, dies sind die Ausläufer von HITEC City. Dort haben alle wichtigen amerikanischen Softwarefirmen wie Google, Amazon und Microsoft große Entwicklungszentren gegründet. Wenn man dort hinfährt, denk man sich auf einem anderen Kontinent zu befinden. Vielleicht werde ich darüber später noch einmal berichten.
Ich bin mit einem Freund aus Äthopien auf dem Dach gewesen. Er möchte jedoch nicht ein meinem Blog verewigt werden, was ich auch respektiere. Heutzutage sollte man mit persönlichen Daten im Internet immer vorsichtig umgehen. India scheint besonders starke Kontakte zu Äthopien zu haben, denn es sind immer mehrere Studenten von dort hier im Campus anzutreffen. Andere Nationalitäten sieht man dagegen , auch sonst überall in der Stadt, selten bis gar nicht.
Offiziel ist es wohl nicht erlaubt sich in dem Rohbau aufzuhalten, es sind ja noch keine Geländer im Treppenhaus montiert und Wände gibt es auch nicht aber was tut man nicht alles für ein gutes Motiv. Jedenfalls sind bei der Aktion  ein paar interessante Bilder entstanden, nur das Licht der untergehenden Sonne hat mir etwas Schwierigkeiten bereitet. Hier im Blog kann ich leider immer nur so viele Bilder zeigen wie der Text lang ist, ich hoffe sie gefallen euch wenigstens.

Die Vegetation ist hier wirklich unglaublich dicht, besonders seit es angefangen hat zu regnen, ist noch mal alles wesentlich grüner geworden und man kann jetzt fast gar nicht mehr hindurchblicken. Was mir seitdem auch aufgefallen ist, es gibt hier nicht nur verdammt viele Mücken sonder auch Schmetterlinge. Ich habe versucht sie zu fotografieren aber das ist einfach absolut unmöglich so wie die hin und her flattern. Ich möchte sie aber auch nicht fangen und töten nur um ein schönes Foto zu bekommen.
Es ist hier auf dem Gelände auch möglich Sport zu treiben. Es gibt mehrere Plätze auf denen man Fußball, Basketball, Volleyball und natürlich die Lieblingssportart der Inder, Cricket, spielen kann. Ich für meinen Teil bleibe bei Basketball. Meine Fußballschuhe habe ich leider nicht eingepackt, ansonsten würde ich auch mal eine Runde kicken gehen. 
Die Bilder zeigen immer noch nicht so richtig das Gebäude in dem ich wohne aber wie gesagt war ich nicht in der Lage, eine vernünftige Perspektive darauf zu bekommen. Das einzige Bild wo es mal komplett zu sehen ist, ist von der Seite. Vielleicht werde ich bald mal versuchen ein Video zu machen und versuchen ob ich es so besser darstellen kann.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Rückflug buchen

Heute habe ich meinen Rückflug für Dezember mit Emirates gebucht. Ich habe mich aus zwei Gründen für Emirates entschieden. Zum einen erlauben sie als eine von nur wenigen Airlines die Mitnahme von 30kg Gepäck und zum anderen gibt es Studententarife. Andere Airlines begrenzen das Gepäck in der Economy Class auf 20kg, nur für Flüge in die USA gelten andere Regeln.
Ein Limit von nur 20kg wäre für mich absolut tödlich, da man hier unglaublich gut shoppen kann, worüber ich irgendwann noch mal separat berichten möchte.
Um den Studententarif zu bekommen, benötigt man allerdings eine International Students Identity Card, kurz ISIC. Da ich diese nicht in Deutschland beantragt habe, musste ich hier erst mal rausfinden wo man die hier bekommen kann. Ich hatte auch per Email beim AStA der RWTH angefragt aber die Auskunft bekommen, dass man die Karte persönlich abholen muss.
Glücklicherweise gibt es hier in Indien eine Reisebürokette Namens STIC Travels wo man den Ausweis für nur 250 Rupien direkt mitnehmen kann. In Deutschland kostet es dagegen 12 Euro. Die ganze Sache ist völlig problemlos, man muss lediglich ein Passbild, den Reisepass und den Studentenausweis mitbringen.
Mit der Nummer von dem ISIC kann man dann bei www.elumbus-reisen.de das Ticket direkt mit Studentenrabatt buchen. Das soll keine offizielle  Werbung für die Seite sein aber ich habe keine andere gefunden, wo dies einfach so möglich ist. Außerdem bekommt man dort kostenlosen Support per Chat anstatt dass man für 14 Cent pro Minute anrufen muss, wie es bei vielen anderen Onlinereisebüros üblich ist.
Da ich meinen Hinflug auch dort gebucht habe, gab es sogar noch 20 Euro Rabatt. Der Flug hat mich nun 300 Euro gekostet und ich komme direkt in Düsseldorf an, muss also nicht mehr mit dem ICE fahren.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Golkonda Fort


Am Sonntag vor anderthalb Wochen habe ich Golkonda Fort besichtigt. Leider komme ich jetzt erst dazu, etwas darüber zu schreiben.
Die Festung ist einfach riesig. Wenn man den auesseren Ring mit einbezieht ist es wohl vergleichbar mit Carcassonne in Südfrankreich. Die meisten Besucher besichtigen allerdings nur den Teil, der sich hinter der inneren Mauer befindet, den eigentlichen Hauptteil der Festung. Dieser Teil liegt auf einem Huegel und man muss sich bei der Besichtigung von einer Ebene zur nächsten hoch arbeiten, was bei der Hitze ziemlich schweißtreibend ist.
Wir haben uns einen Guide geleistet der uns während des Aufstiegs einiges erklärt hat. Was man zuerst erfährt, wenn man im Eingangsgebäude in die Hände klatscht, kann man das ganz oben in der Festung noch deutlich hören. Das Gebäude ist so konstruiert, dass das Klatschen akustisch verstärkt wird. Man kann dies auch selbst ausprobieren. Wenn man dann oben angekommen ist, kann man das Klatschen der Leute unten hören, was schon beeindruckend ist. Die Torwächter haben auf diese Weise die Bewohner über die Ankunft eines Besuchers informiert, Telefone gab es ja damals noch nicht.
Außerdem erfährt man beispielsweise, dass die Festung über ein ausgeklügeltes Wasserversorgungssystem verfügt hat. Das Wasser wurde von Ebene zu Ebene hoch gepumpt. Die verschiedenen Wasserbecken kann man auch heute noch sehen. Einerseits hatte man dadurch nun überall Wasser andererseits konnte man nun das Wasser von der obersten Ebene mit entsprechend Druck wieder runter laufen lassen um unten zu Duschen. Einige Überreste der Wasserleitungen kann man noch sehen.
Zum Zustand der Bausubstanz muss man sagen, dass nur Teile heute noch komplett erhalten sind. Manche Bereiche der Festung gleichen eher einer Ruine. Die reine Größe des Areals macht es aber trotzdem sehr interessant auch ohne einen Guide über das Gelände zu streifen. Gerade als Kind stelle ich mir das extrem interessant vor.
Geschichtlich kann ich mich leider nicht mehr an die Einzelheiten erinnern. Ich weiß nur, dass es zahlreiche Herrscher und mehrere militärische Auseinandersetzungen gab. Am Ende des Tages, im Sommer um 19 Uhr, kann man sich die sogenannte "Sound & Light Show" ansehen. Dabei wird der innere Bereich der Festung wunderschön beleuchtet und die gesamte Geschichte erzählt.
Vom obersten Teil der Festung hat man einen tollen Blick auf die Umgebung. Man kann von hieraus auch die äußere Mauer sehen und bekommt einen Eindruck davon wie groß die Grundfläche der Festung ist. Zwischen dem inneren und dem äußeren Ring findet man weite Grünflächen und damals wie heute einfache Wohnhäuser. Außerdem gibt es Plaene fuer einen Golfplatz.
Ein paar weitere interessante Gebäude die man von hier aus sehen kann sind die Qutb Shahi Tombs, die sieben Gräber einer Herrscherdynastie. Diese Sehenswürdigkeit werde ich mir in jedem Falle auch noch ansehen. Man könnte auch beides an einem Tag schaffen, dann wird es aber etwas stressig und ich bin auch erst Nachmittags nach Golkonda gefahren, da ich die Lightshow sehen wollte.
Man könnte noch so vieles zu Golkonda Fort erzählen aber ich verweise einfach mal auf den Wikipedia Artikel und empfehle jedem der nach Hyderabad kommt sich einen Besuch hier nicht entgehen zu lassen. Natürlich gibt es noch einiges mehr zu sehen aber Charminar und Golkonda sind die beiden Orte in der Stadt, die man auf jeden Fall besucht haben sollte.

Dienstag, 13. Juli 2010

Birla Mandir

Letztes Wochende am Samstag habe ich Birla Mandir einen Besuch abgestattet. Mandir (oder मंदिर) ist Hindi und bedeutet Tempel. Birla ist die Familie die diese Art von Tempel in Indien errichtet hat. Die Gebäude werden komplett aus weißem Mamor gebaut was recht eindrucksvoll aussieht. Der Tempel hier in Hyderabad ist auf dem höchsten Punkt eines Hügels errichtet und dem Gott Lord Venkateshwara geweiht. Dieser Gott ist anscheinend einer der bekanntesten.
Den Haupt Tempel für diesen Gott findet man in der Stadt Tirupati etwa eine Tagesreise von Hyderabad entfernt aber noch in Andhra Pradesh. Nach Tirupati pilgern jährlich mehr Menschen als nach Rom oder Mekka es ist der angeblich meistbesuchte Pilgerort der Welt und außerdem nach dem Vatikan auch der zweitreichste. Natürlich sind solche Aussagen immer mit Vorsicht zu genießen aber Google bestätigt mir das Tirupati, was Besucherzahlen angeht, auf jeden Fall mit in der obersten Liga spielt.
Erfahren habe ich von Tirupati von mehreren Bekannten die in den letzten zwei Wochen dort hin gepilgert sind und mit kahl rasiertem Kopf zurückgekehrt sind.
Es ist nämlich eine religiöse Tradition bei einer Pilgerreise nach Tirupati oder Tirumala, der eigentliche Ort wo die Tempel stehen, sein Haupthaar dort zu lassen. Selbst viele Damen schrecken nicht davor zurück mit einer Glatze abzureisen. Das gesammelte Haar wird später verkauft und dadurch das Vermoegen des Venkateshswara Tempels vergrößert. Jedes Jahr wechseln so laut Berliner Zeitung 75 Millionen Tonnen Haar von vielen der 20 Millionen Pilger den Besitzer.
Leider hatte ich keine Zeit mit dort hin zu fahren, man muss dies aber auch ein paar Wochen im Vorraus planen da alle Züge komplett ausgebucht sind. Außerdem muss man dort stundenlang schlangestehen, da täglich oft über hunderttausend Besucher durch den Tempel geschleust werden müssen.
Im Birla Tempel hier in Hyderabad ist es leider komplett verboten Bilder zu machen, man muss die Kamera am Eingang abgeben. Das finde ich sehr schade, denn diese weißen Mamorgebaeude sind wirklich sehr eindrucksvoll und auf den Bildern die man vom Eingang aus machen kann sieht man davon nur wenig. Man erkennt hier nur den vorderen Teil, das eigentliche Hauptgebäude verbirgt sich hinter den Felsen.
Man muss außerdem wie an allen hinduistischen religiösen Orten seine Schuhe draußen lassen und barfuß weiterlaufen.
Trotz des Fotoverbots ist Birla Mandir aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Samstag, 10. Juli 2010

Mistkäfer

Heute habe ich auf dem Weg zur Arbeit einen Mistkäfer  auf der Straße entdeckt. Auf Englisch wird dieses Tier auch "Dung Beetle" genannt. Bei Wikipedia fehlte der Link von der englischen zur deutschen Version, also habe ich erst mal gelernt wie man den hinzufügt. Das ist wirklich sehr einfach, einfach am Ende des Artikels ein "[[de:Mistkäfer]]" in die Liste der Sprachen einfügen.
Da ich heute meine Kompaktkamera dabei hatte, habe ich zur Abwechslung mal ein Video gedreht, dass ihr auf Youtube anschauen könnt. (http://www.youtube.com/watch?v=-zgEWam1-MA)
Nur um das noch mal für alle klarzustellen: Um sowohl die Bilder als auch Videos in groß zu sehen, einfach drauf klicken!
Ich finde es einfach faszinierend wie dieses Tier rückwärtslaufend diese Mistkugel vor sich her rollt.
Auch sonst sieht man hier allerlei Interessante Insekten und seit dem Beginn der Regenzeit hat die Mückenpopulation unglaublich stark zugenommen.
Hatte ich ja am Anfang noch berichtet, dass es keinerlei Probleme mit Mückenstichen gibt, so hat sich dies nun radikal geändert. Noch nie in meinem Leben hatte ich so viele Mückenstiche. Vor allen Dingen die Füße und die Unterarme werden gerne angegriffen. Die zurückbleibenden Rötungen sind deutlich kleiner als in Deutschland und jucken auch nur kurze Zeit nach dem Angriff. Dafür zählt man aber oft mehr als 10 Einstiche auf dem Unterarm.
Ich werde meinen Mückenschutz in Zukunft noch verstärken aber selbst bei extremer Vorgehensweise und massivem Gifteinsatz dürfte es unmöglich sein alle Stiche zu verhindern.
Ein weiteres Interessantes Insekt konnte ich auf dem Fußboden im Flur entdecken, eine schöne große Motte , die sich überhaupt nicht von mir stören lassen wollte. Also habe ich mich mal an einer freihand Makroaufnahme versucht. Leider habe ich das entsprechende Objektiv nicht dabei, sonst hätte das Ergebnis vielleicht besser sein können.