Donnerstag, 25. November 2010

Ankunft in Delhi

Als erstes muss ich mal positiv zum Rajdhani Express äußern. Für Leute die gerne Zug fahren auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Kein Vergleich zur Sleeper Class, hier gibts nämlich nur AC und der Zug hält viel seltener an. Außerdem sind sämtliche Mahlzeiten und Tee, nachmittags und morgens, im Preis inbegriffen.
In Delhi war ich vom Wetter etwas enttäuscht. Es ist zwar noch nicht richtig kalt hier aber der Himmel ist total wolkenverhangen. Wenn man 6 Monate lang 30 Grad und Sonne gewöhnt ist, wirkt das doch recht deprimierend. Außerdem kann man hier nicht mehr bis Mitternacht mit seinen Freunden im T-Shirt draußen rumsitzen, wie ich das vor zwei Tagen zuletzt noch getan habe. Bereue schon meine deutschen Freunde nicht nach Südindien eingeladen zu haben. Vielleicht ist die Trauer ja nicht ganz so groß, wenn man aus dem 5 Grad kalten Deutschland hier her kommt. Auch wenn der Verkehr im Süden viel chaotischer ist, sehne ich mich schon wieder zurück. Irgendwie merkt man doch immer erst nach einem Verlust, dass einem etwas ans Herz gewachsen ist.
Bei einer ersten kleinen Erkundungstour Richtung Tourist Office habe ich dann aber ein paar sehr nette Koreaner kennen gelernt. Das hat mir doch noch den Tag gerettet. Wir haben zusammen Abend gegessen und jetzt bin ich einfach nur noch müde und gehe ins Bett.

Mittwoch, 24. November 2010

Auf nach New Delhi

In weniger als 30 Minuten werde ich meine Rückreise beginnen. Als erstes geht es nach New Delhi wo ich 2 Wochen bleiben werde und mit meiner Schwester, meinem Bruder und zwei Freunden eine sogenannte "Golden Triangle Tour" (Delhi - Agra - Jaipur) gebucht habe. Dazu aber später mehr. Von dort geht dann am 9. Dezember mein Flug über Dubai nach Düsseldorf.
Im Moment kämpfe ich noch mit meinem Gepäck, da hat sich doch in den letzten 6 Monaten so einiges angesammelt und der Computer auf dem ich gerade tippe muss auch noch mit.
Nach Delhi reise ich mit dem Rajdhani Express. Dieser Zug benötigt für die über 1600 km lange Strecke von Hyderabad nach Delhi etwa 23 Stunden. Auf der Schiene ist dies die schnellste Verbindung. Der Zug ist klimatisiert und kostet mit 1700 Rupien nur etwa halb so viel wie der günstigste Flug.
Die nächste Nacht werde ich also im Zug verbringen und irgendwann morgen um die Mittagszeit in Delhi in der Nizamuddin Railway Station ankommen.
In Delhi habe ich schon mal vorsorglich ein Hostel für die nächste Nacht gebucht.
Ich hoffe, dass ich in Delhi auch was schreiben kann. Zumindest ein Bild vom Taj Mahal möchte ich dann doch hier reinstellen.

Samstag, 20. November 2010

Hampi

Am Diwali Wochenende habe ich mit einem Freund Hampi besucht. Hampi ist ein Teil von Vijayanagara, der Haupstadt des Vijayanagara Königreichs (1336–1646). Es gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Da das Königreich aufgrund einer muslimischen Invasion untergegangen ist und bei dem Angriff fast alles zerstört wurde, findet man heutzutage nur noch wenige erhaltene Gebäude und viele Ruinen, die über ein riesiges Areal verstreut sind.
Man kann aber erahnen wie wohlhabend die Leute hier früher gewesen sein müssen. Angeblich wurden hier auf dem Markt Diamanten und Edelsteine gehandelt, die Stadt wird manchmal auch mit dem alten Rom verglichen.
Heutzutage ist Hampi eher ein Paradies für Backpacker, die meisten kommen von Goa her. Viele Leute bleiben länger als geplant, da es hier total ruhig und entspannt zugeht, kein Vergleich zum Stadtleben. Nachdem man die alten Ruinen besichtigt hat, kann man sich für ein paar Tage in einem der Gästehäuser in der Nähe des Flußes einmieten und einfach nur entspannen.
Da wir aber leider nicht so viel Zeit hatten, mussten wir unseren Trip auf ein Wochenende beschränken. Von Hyderabad aus gibt es einen Nachtzug nach Hospet und von dort kommt man mit dem Bus problemlos in 30 Minuten nach Hampi.
Wir sind also in der Nacht von Freitag auf Samstag hin und in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder zurück. Insgesamt war das schon etwas stressig, ich würde empfehlen mindestens 3 Tage zu bleiben.
Für die Besichtigung empfehle ich zunächst die von der UNESCO ausgezeichneten Gebäude zu besichtigen, den Vitthala Temple Complex, den Lotus Temple und die Elephant Stables (Elefantenställe). Zusammen mit dem Museum gibt es dafür nämlich eine gemeinsame Eintrittskarte, die für einen Tag gültig ist und 250 Rupien kostet. Die meisten anderen Gebäude oder was davon übrig ist sind kostenlos und man kann je nach verfügbarer Zeit beliebig lange zwischen alten Ruinen hin und her wandern.
Es empfiehlt sich gegebenenfalls noch einen Roller zu mieten (150 Rupien plus Benzin), da die Distanzen zu Fuß und bei der Hitze doch teilweise einfach zu groß sind.
In der Nähe von Hampi und Hospet gibt es noch einen Staudamm (Tungabhadra Dam) zu besichtigen. Er ist nicht so hoch wie der Nagarjuna Sagar Damm aber mit 2,5 Kilometern und 33 Toren deutlich länger. Da unsere zwei Tage schon komplett verplant waren haben wir es leider nur noch Abends dort hin geschafft aber auch der Anblick bei Dunkelheit ist imposant.

Donnerstag, 4. November 2010

Festival Season

Zur Zeit befindet sich Indien mitten in der Festival Saison. Während meines Aufenthaltes hier bekomme ich 3 wichtige Festivals mit: Ganesha, Dasserra und Diwali. Dann gibt es noch ein weiteres großes Festival irgendwann im Januar, von dem ich mir den Namen nicht merken kann, es ist so etwas wie Ernte Dank. Neben diesen großen wichtigen Festivals gibt es noch jede Menge andere kleine je nach dem in welcher Region man sich gerade aufhält. Da blickt wohl niemand so genau durch und dadurch sind die Feiertage in den verschiedenen Staaten auch total unterschiedlich.
Die großen Festivals dauern immer mehrere Tage, vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern bei uns. Ganesh ist eine Gottheit mit Elefantenkopf die auf dem Höhepunkt des Festivals im Wasser versenkt wird. Das nennt sich dann Ganesh Immersion und stellt eine gewaltige Umweltverschmutzung dar. Das liegt daran, dass nicht nur ein Ganesh versenkt wird, sondern tausende. Hier in Hyderabad wird dazu Hussain Sagar, der See mit der Buddah Statue von dem ich schon einmal berichtet habe benutzt. Ich selber habe mir das Spektakel an dem Tag nicht angeschaut, da ich mir das gewaltige Verkehrschaos nicht antuen wollte, dass entsteht, wenn sich etwa eine Million Leute zur Prozession versammeln. Für das herablassen der größeren Ganeshfiguren, die teilweise mehrere Meter hoch sein können, stehen am Ufer des Sees extra mehrere Kräne bereit. Kleine Figuren werden einfach per Hand in den See befördert. Die Aufräumarbeiten danach stelle ich mir in etwa so vor wie nach einem Karnevalszug in Köln, nur das man die Farbe der Figuren nicht mehr aus dem Wasser bekommt, nachdem sie sich einmal aufgelöst hat.
Ganesha ist das erste Festival der Saison danach folgt Dasserra ein Festival zu Beginn der Erntesaison. An Dassera werden auch Gebete für verschiedene Gebrauchsgegenstände gesprochen. Für mich äußerte sich das so, dass ich plötzlich einen Punkt rote Farbe auf meinem Monitor und PC im Büro wiederfand. Außerdem werden an Dassera traditionelle Tänze aufgeführt. Ich selber habe so eine Aufführung in Shilparamam gesehen. Es war wirklich beeindruckend wie perfekt die zumeist jungen Damen die Tanzschritte einstudiert haben. Obwohl der Tanzstil natürlich sehr verschieden ist hat es mich an amerikanische Cheerleader oder deutsche Funkenmariechen erinnert. Ohne den Einsatz der Eltern wäre dies bestimmt nicht möglich.
Über Shilparamam werde ich, falls ich Zeit finde vielleicht noch einmal kurz berichten. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort einmal einen Abend zu verbringen um Souvenirs zu kaufen.
Als nächstes steht nun Diwali vor der Tür, das wohl wichtigste Festival des Jahres in ganz Indien. Diwali ist das Festival des Lichts. Bereits seit einer Woche werden in großem Stil Feuerwerkskörper verkauft, wie man es bei uns nur von Sylvester her kennt. Außerdem werden Laternen aufgehängt und mit Teelichtern beleuchtete Rangolis angefertigt. Ein Rangoli ist ein Bild auf dem Fußboden oder auf der Strasse, das aus verschiedenfarbigen Pulvern angefertigt wird. 
Zu den Festivals werden auch viel mehr Blüten verkauft als sonst. In Indien werden Girlanden aus Blüten als Dekoration angefertigt, so ähnlich wie die Blütenketten die man auf Hawaii umgehangen bekommt.
Ich werde Diwali leider nicht richtig miterleben, da ich für diesen Abend eine Zugfahrkarte nach Hampi gebucht habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von Diwali. Ich hoffe einfach, dass ich im Zug auch was von dem Feuerwerk sehen kann.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Nagarjuna Sagar

Nach längerer Pause, heute endlich mal wieder ein neuer Eintrag über meinen Trip nach Nagarjuna Sagar, der nun schon etwas zurückliegt. Nagarjuna Sagar ist ein gewaltiger Staudamm und Stausee, südöstlich von Hyderabad gelegen. Mit dem Bus benötigt man von der Mahatma Gandhi Bus Station gute 4 Stunden um dort hinzugelangen, die Fahrkarte kostet umgerechnet etwa 2 Euro.
Der Damm wurde von 1956 bis 1974 errichtet. Er ist ein Mutlifunktionaler Damm, d.h. er wird nicht nur zur Stromerzeugung verwendet sondern hat auch sehr positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft, auch in trockenen Perioden können nun die Felder bewässert werden. 
Die Leistung der Turbinen beträgt 815,6 MW. Leider darf man jedoch ohne eine Genehmigung vom Chief Engineer die Turbinenhalle nicht besichtigen. In den letzten Jahren wurden wohl die Sicherheitsvorkehrungen bei so strategisch wichtigen Zielen enorm erhöht, das bemerkt man hier immer wieder. Früher durfte man die Straße, die über den Damm führt betreten um sich alles aus der Nähe anzusehen. Das ist heute überhaupt nicht mehr möglich.
Man sollte nach Möglichkeit am Ende der Regenzeit dorthin fahren, sprich Mitte September, da dann der Stausee bis zum Rand gefüllt ist. Wenn man Glück hat, werden dann die Tore an der Oberkante des Damms geöffnet, da der See ansonsten einfach überlaufen würde. Die Chance alle 26 Tore offen zu sehen besteht leider nur sehr selten, an diesem Wochenende waren aber immerhin 8 Tore geöffnet, was auch schon beeindruckend aussieht. Sonntags waren dann auch richtig viele Menschen dort, um sich das Spektakel anzuschauen.
In der Nähe von Nagarjuna Sagar findet man noch Ettipotala einen wunderschönen Wasserfall, wenn man einmal dort ist sollte man sich den Anblick nicht entgehen lassen.
Da ich von einem bekannten Studenten nach Nagarjuna Sagar eingeladen worden bin, hatte ich die einmalige Möglichkeit im Dorf direkt neben dem Damm, in dem seine Eltern wohnen, zwei Nächte zu verbringen.
Leider habe ich mir dabei an den unglaublich niedrigen indischen Türen (ca. 1,70m-1,80m) mehrfach den Kopf gestoßen. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass die Türen so klein sind sondern, dass sie auch noch unterschiedlich hoch sind. Hat man sich also einmal auf die Höhe eingestellt und beugt seinen Kopf entsprechend, stößt man bei der nächsten Tür unweigerlich mit voller Wucht an. Kleiner Tipp von mir für ähnlich große Zeitgenossen: Immer mit einer Hand vor der Stirn durch Engstellen bewegen, auch in indischen Bussen kann es schon mal recht niedrig zugehen.
Ansonsten war es aber sehr angenehm in dem Dorf und ich fand es sehr interessant mal die einfache  Lebensweise der Inder kennen zu lernen. Allerdings gibt es dort kein fließendes Wasser, bzw. nur an einer Stelle im Haus und der Strom fällt mehrmals am Tag für längere Zeit aus. Die hygienischen Verhältnisse waren aber trotzdem einwandfrei. Vom Luxusniveau kann man es vielleicht am ehesten mit einem Campingplatz vergleichen.
Auf der Rückfahrt hab ich dann die schöne Natur mit jeder Menge Palmen genossen, die ich auf der Hinfahrt nicht sehen konnte, da es schon dunkel war.

Mittwoch, 29. September 2010

Ayodhya

Morgen soll das Urteil im Fall Ayodhya gesprochen werden. Es handelt sich hierbei um einen Streit zwischen Hindus und Muslimen.
In der uralten Stadt Ayodhya wurde eine Moschee auf den Ruinen eines Temples errichtet. Die Moschee wurde 1992 wiederum von Hindus zerstört.  Hm, das kommt einem doch irgendwoher bekannt vor.
Wer mehr wissen will sollte den Wikipedia Artikel lesen oder andere Quellen die es in großer Zahl im Internet gibt. Das ganze Dilema begann aber scheinbar schon 1885 und hat zahlreiche Klagen nach sich gezogen, die sich bis zum heutigen Tage hinziehen. Ich blicke selber noch nicht so ganz durch, jedoch gibt es scheinbar regelmäßig Unruhen und gewaltsame Übergriffe im Zusammenhang mit Ayodhya.
Besonders hier in Hyderabad wo die Bevölkerung jeweils zur Hälfte aus Muslimen und Hindus besteht sollte man morgen auf der Straße extrem vorsichtig sein. Da auch noch die Commonwealth Spiel unmittelbar bevorstehen sind die indischen Sicherheitskräfte zur Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft. Das Gericht wo das Urteil gesprochen werden könnte, falls es nicht wieder verschoben wird, soll einer Festung gleichen.
Ich bin mal gespannt ob ich morgen etwas davon mitbekomme. Einige Leute haben mir sogar geraten vielleicht besser zu Hause zu bleiben.

Mittwoch, 15. September 2010

Geburtstagspost

Heute ist mein Geburtstag. Ich erwähne es deswegen, weil ich von meiner Familie eine Karte in einem Brief bekommen habe und einige sich bestimmt fragen werden, wie lange denn die Post von Deutschland bis Indien benötigt. Der Brief kam exakt heute auf den Punkt genau hier an was ich total toll fand.
Laut Poststempel wurde er am 2.9.2010 abgeschickt. Aufgrund dieser ersten Messung können wir also schließen, das ein Brief hierher rund 14 Tage oder 2 Wochen benötigt.
Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch mal herzlich bei meiner Familie und allen indischen Freunden die heute mit mir gefeiert haben bedanken.