Mittwoch, 16. Juni 2010

Hussain Sagar

Hussain Sagar ist ein See in der Mitte von Hyderabad. In der Mitte des Sees befindet sich eine Buddha Statue. Am Wochenende bin ich mit einem Freund  Nachmittags dort hingefahren. Vom Ufer des Sees kann man mit einem kleinen Schiff zu der künstlichen Insel auf der die Statue steht übersetzen. Dort kann man dann einmal um die Figur herumlaufen und Fotos machen. Beim Aufnehmen der Fotos hatte ich allerdings ziemliche Probleme, da die Sonne genau hinter der Figur stand, ich hatte starkes Gegenlicht. Man sollte also besser Morgens hier her kommen oder nach Sonnenuntergang, dann wird die Statue nämlich sehr schön beleuchtet.
Die Buddha Statue wurde aus einem einzigen Stein gemeißelt und dann über 60km weit an ihren Bestimmungsort transportiert.
Beim ersten Aufstellversucht ist laut Erzählung meines Begleiters ein großer Unfall passiert und die gesamte Figur ist in den See gestürzt.
Neben dem See gibt es noch einen schönen Park (NTR Garden) der dem Andenken an einen sehr bekannten Politiker aus Andhra Pradesh gewidmet ist.

Montag, 14. Juni 2010

GSM Security


Ich habe mir hier über einen Bekannten schon am Anfang eine indische Vodafone SIM Karte besorgt. Man kann die hier auch selbst kaufen aber dann muss man erst mal ein paar Dokumente im Shop abgeben, Kopie des Reisepasses, Residential Proof, etc.
Es lohnt sich wirklich sehr sich hier eine lokale SIM Karte zuzulegen, da die Handygebühren sehr niedrig sind (1 Rupie pro Minute). Wenn man eine innerindische Staatsgrenze überschreitet gibt es eine geringe Roaminggebühr. Man sollte also die SIM Karte dort erwerben wo man auch die meiste Zeit wohnt.
Auch von Deutschland aus kann man mich auf der indischen Nummer per Call by Call, d.h. man wählt eine Nummer eines speziellen Anbieters vor der eigentlichen Nummer, sehr günstig anrufen. Es kostet etwa 1,5 Cent pro Minute. Die Nummer bitte per Email oder bei meiner Familie nachfragen.
Ein Problem ist für mich besonders interessant, da es z.B. auch in meiner Mobilfunknetze Vorlesung vorkam. Jedesmal wenn ich telefoniere bekomme ich die Meldung: "Ciphering Not Provided by Operator. Insecure Transmission" Außerdem erscheint ein kleines Warndreieck in meinem Display. 
Wenn jemand Ahnung von GSM hat, dann weiß er, dass die Verschlüsselung der Gespräche dort eh nicht mehr sicher ist, wenn man aber bei jedem Gespräch darauf hingewiesen wird, dass sie deaktiviert ist, macht das die Sache umso interessanter.
Fragt sich jetzt nur, ob das Problem bei meinem Handy bei der Simkarte oder beim Netzbetreiber liegt oder ob GSM Ciphering in Indien grundsätzlich deaktiviert ist, was ich mir aber nicht vorstellen kann, da im Internet auch einige Personen berichten, dass die Probleme bei einem Anbieterwechsel nicht mehr auftreten.
Noch eine kleine Information am Rande für Leser ohne den entsprechenden technischen Background. GSM ist der Name des Standards auf dem etwa 80% der weltweiten Handynetze basieren und es telefonieren mittlerweile mehr als 4 Milliarden Menschen darüber. Dies ist auch der Grund warum man sich bei einer Reise ins Ausland fast nie ein neues Handy kaufen muss und es einfach so funktioniert.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Essen

Es ist halb zwei und ich werde jetzt zum Lunch gehen, deshalb hier noch ein kurzer Artikel über das Essen in Indien.
Der Besuch in dem indischen Restaurant, den ich in einem der ersten Einträge beschrieben habe, hat schon mal einen guten Vorgeschmack auf das Essen hier geliefert. Allerdings fühlt es sich natürlich allein schon wegen dem Klima völlig anders an, hier zu Essen.
Ich versuche mal die Hauptunterschiede aufzuzählen. Es gibt hier meist nur einen Löffel zum Essen, manchmal auch eine Gabel. Messer findet man nur wenn man in ein Restaurant geht. Als Teller werden hier entsprechend geformte Edelstahlbleche verwendet und auch die Tische sind aus Edelstahl was sehr hygenisch ist. Etwa die Hälfte der Inder hier verwendet zum Essen gar kein Besteck, sondern die rechte Hand. Die linke Hand ist zum Waschen auf der Toilette, da hier kein Toilettenpapier verwendet wird.
Ein weiterer großer Unterschied zu dem indischen Essen in Deutschland ist, dass hier in den meisten Speisesälen ausschließlich vegetarisch gegessen wird. Wenn überhaupt Fleisch, dann bekommt man hier nur Chicken. Regelmäßiges Grillen im Sommer kann man hier also getrost vergessen, es sei denn man reist mit ein paar Freunden an.
Für mich als Milchtrinker besonders schlimm: Es ist hier absolut unmöglich frische, kalte Milch zu bekommen. Die Milch wird hier in jedem Fall kurz vor dem Konsum abgekocht.
Brot gibt es hier meist nur in Form von Fladenbrot, genannt "Roti". Ab und zu gibt es auch Toast zum Frühstück aber leider kein Volkornbrot oder ähnliches wie in Deutschland.
Was noch ziemlich interessant ist, es gibt hier einen traditionellen Speisesaal. Dort wird auch das Roti im Frontline-Cooking Verfahren frisch hergestellt aber das eigentlich spannende ist, das man hier zum Essen auf dem Fußboden sitzt. Man muss sich das so ähnlich vorstellen wie in Japan, außer dass hier im Schneidersitz gesessen wird und die Japaner sich hinknien.
Alles in allem komme ich mit dem Essen hier klar. Einige Sachen sind stark gewürtzt und manchmal auch scharf. Meist jedoch nicht so scharf, dass man es nicht aushalten kann.
Man sollte sich jedoch darauf einstellen das man auf einige gewohnte Speisen während der Zeit hier einfach verzichten muss. Auch sollte man am Anfang mit einer Eingewöhnungsphase rechnen und ein Durchfallmittel einpacken.
Jeder der bereit ist mal was neues Auszuprobieren sollte hier auch jeden Fall nicht verhungern, dennoch werde ich nach meiner Rückkehr wohl froh sein mal wieder klassische deutsche Hausmannskost zwischen die Zähne zu bekommen und nen Liter frische Vollmilch oben drauf.

Dienstag, 8. Juni 2010

Charminar

Am Sonntag habe ich mit dem Inder, den ich am Flughafen kennen gerlernt habe Charminar angeschaut. Eigentlich wollten wir Vormittags schon starten und noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten anschauen aber leider musste ich wegen Magen-Darm Problemen und Kopfschmerzen von den letzten zwei Tagen erst mal ausschlafen.
Am Nachmittag habe ich mich also mit dem Bus auf den Weg gemacht und in der Stadt meinen Bekannten getroffen. Mit einer Autorikshaw sind wir dann zu Charminar gefahren.
Dieses Gebäude, dessen Name soviel wie "vier Türme" bedeudet ist das bekannteste der Stadt. Es wurde 1591 errichtet und erinnert an das Ende einer schweren Epidemie.
In den Gebäuden rund um Charminar befindet sich ein großer Markt und dementsprechend dicht ist auch die Menschenmenge.
Eine der bekanntesten Wahren die man hier kaufen kann sind Perlen. Wir sind in einen Perlenladen gegangen und haben uns einige Ketten angeschaut. Leider kenne ich mich damit aber überhaupt nicht aus und muss mich jetzt erst mal über Preise und ähnliches informieren bevor ich hier etwas kaufe.
Besonders Eindrucksvoll ist der Test um zu beweisen, dass es keine Kunststoffperlen sind.
Dazu hält man die Perle einfach in die Flamme eines Feuerzeugs. Wenn sie nicht verbrennt, so wie das Vergleichsobjekt aus Kunststoff, dann ist sie scheinbar echt.
Falls jemand eine Interesse an einer Perlenkette hat, kann er sich ja mal per Email bei mir melden. Ich könnte dann vielleicht versuchen, sie per DHL nach Deutschland zu schicken.

Sonntag, 6. Juni 2010

Visum registrieren

Je nach dem, was für ein Visum man bekommen hat, ist es nötig sich innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft in Indien bei der Einwanderungsbehörde  zu registrieren, wenn man die Frist verstreichen lässt zahlt man eine Strafe von 1395 Rupien.
Zunächst einmal muss man herausfinden zu welchem Gebäude man sich begeben muss. Wenn einem dass nicht schon jemand erklärt hat wie in meinem Fall, sollte man sich am besten an die nächste Polizeistation wenden oder im Internet suchen.
In Hyderabad muss man zum "Cyberabad Police Commissionerate". Das Gebäude liegt glücklicherweise im gleichen Stadteil wie mein Zimmer, also gar kein Problem.
Bevor man sich dorthin begibt, sollte man auf jeden Fall vorher das Online Antragsformular ausfüllen.
Für die Registrierung habe ich dann folgende Dokumente mitgebracht: Das Online Antragsformular, Passbilder, Residential Proof (man muss also nachweisen wo man wohnt), Letter of Acceptance der Vertrag der Firma, eine Kopie von Reisepass und Visum.
Im Amt selber ging dann alles viel schneller als befürchtet, es gab dort keine Warteschlange und ich bin direkt dran gekommen.
Was mir noch aufgefallen ist: Hier in Indien wird anstatt der Fingerabdrücke, wie es ja neuerdings bei uns der Fall ist, ein Irisscann genommen. Dabei blickt man in ein nach Unterhaltungselektronik aussehndes Gerät von LG, bis man in einem kleinen Spiegel einen grünen Punkt auf der eigenen Stirn sieht und dann wird scheinbar ein Foto der Augenpartie aufgenommen.
Jetzt sind also beide Merkmale von mir in irgendwelchen Regierungsdatenbanken gespeichert. Da fragt man sich doch, warum es in dem Bereich keine internationalen Standards gibt.
Am Montag soll ich dann noch mal dort antanzen, wahrscheinlich bekomme ich eine Bestätigung ausgehändigt.

Freitag, 4. Juni 2010

Stromausfall

Ich war gerade dabei meinen Eintrag über die Visa Registrierung zu schreiben, da ist hier dummerweise der Strom ausgefallen. Allgemein muss man in Indien damit rechnen, dass so etwas passiert.
Desktop Computer werden daher meist an einer USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) betrieben. Bei einem Notebook sollte natürlich eigentlich nichts passieren, da es ja auch noch einen Akku hat. Meins ist aber trotzdem irgendwie abgestürzt. Liegt vermutlich am Grafiktreiber unter Linux.
Außer dieser Vorsichtsmaßnahme gibt es noch weitere. Normalerweise sollte das Netz hier im Gebäude auch eine unterbrechungsfreihe Energieversorgung gewährleisten aber da gab es scheinbar Probleme mit den Batterien oder etwas in der Art.
Meine Blogsoftware speichert normalerweise auch den Text automtisch zwischendurch immer wieder ab aber auch das hat leider nicht funktioniert, da ich zwischenzeitlich den Text in einen anderen Editor kopiert habe.
Jedenfalls ist getreu Murphy's Law mal wieder alles schief gegangen was schief gehen konnte und mein kompletter Eintrag ist im Nirvana verschwunden, ich hätte nur noch einmal Korrektur lesen müssen :-( Jetzt ist es mir aber zu spät um das alles noch mal neu zu tippen also müsst ihr euch bis zum nächsten Mal gedulden.
Was ich passend zum Thema Elektrizität noch sagen sollte: Bis jetzt habe ich hier keinerlei Adapterstecker benötigt. Die Steckdosen sind zwar doch etwas anders aber unsere Stecker passen hinein, wenn auch manchmal etwas lose und der Schutzleiter funktioniert in dieser Art Steckdose leider auch nicht. Für stärkere Elektrogeräte sollte man also vielleicht doch den Kauf eines Adapters oder ähnliches in Erwägung ziehen.

Dienstag, 1. Juni 2010

Blutspenden

Auf dem Weg zum Wasserautomaten habe ich heute auf dem Flur eine Menschenansammlung entdeckt. Da ich wohl so neugierig geschaut habe wurde ich auch direkt angesprochen und habe erfahren, dass heute Blutspendetag ist. Eine Non-Profit Organisation sammelt Blut für staatliche Krankenhäuser. Nach leichtem Zögern habe ich mich dann spontan entschlossen auch zu spenden. Dies war meine erste Blutspende! In Deutschland hatte ich mir schon lange vorgenommen auch mal spenden zu gehen, bin aber nie dazu gekommen, wie man so schön sagt.
Jetzt gab es aber keine Ausrede mehr. Also habe ich das Formular ausgefüllt und mich in den Spenderaum begeben. Die Nadel hat ein bisschen gepiekst aber ansonsten war es natürlich nur halb so schlimm.Hinterher bekommt man dann noch eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken. Dabei ist dem Jungen Herrn neben mir plötzlich ziemlich schwindelig geworden und er musste sich noch mal hinlegen.
Jetzt bin ich also um etwa 300ml Blut ärmer. Es geht mir so weit gut aber man fühlt sich doch ein wenig schwächer als vorher. Nun kann ich also auch sagen: Spendet Blut!