Donnerstag, 10. Juni 2010

Essen

Es ist halb zwei und ich werde jetzt zum Lunch gehen, deshalb hier noch ein kurzer Artikel über das Essen in Indien.
Der Besuch in dem indischen Restaurant, den ich in einem der ersten Einträge beschrieben habe, hat schon mal einen guten Vorgeschmack auf das Essen hier geliefert. Allerdings fühlt es sich natürlich allein schon wegen dem Klima völlig anders an, hier zu Essen.
Ich versuche mal die Hauptunterschiede aufzuzählen. Es gibt hier meist nur einen Löffel zum Essen, manchmal auch eine Gabel. Messer findet man nur wenn man in ein Restaurant geht. Als Teller werden hier entsprechend geformte Edelstahlbleche verwendet und auch die Tische sind aus Edelstahl was sehr hygenisch ist. Etwa die Hälfte der Inder hier verwendet zum Essen gar kein Besteck, sondern die rechte Hand. Die linke Hand ist zum Waschen auf der Toilette, da hier kein Toilettenpapier verwendet wird.
Ein weiterer großer Unterschied zu dem indischen Essen in Deutschland ist, dass hier in den meisten Speisesälen ausschließlich vegetarisch gegessen wird. Wenn überhaupt Fleisch, dann bekommt man hier nur Chicken. Regelmäßiges Grillen im Sommer kann man hier also getrost vergessen, es sei denn man reist mit ein paar Freunden an.
Für mich als Milchtrinker besonders schlimm: Es ist hier absolut unmöglich frische, kalte Milch zu bekommen. Die Milch wird hier in jedem Fall kurz vor dem Konsum abgekocht.
Brot gibt es hier meist nur in Form von Fladenbrot, genannt "Roti". Ab und zu gibt es auch Toast zum Frühstück aber leider kein Volkornbrot oder ähnliches wie in Deutschland.
Was noch ziemlich interessant ist, es gibt hier einen traditionellen Speisesaal. Dort wird auch das Roti im Frontline-Cooking Verfahren frisch hergestellt aber das eigentlich spannende ist, das man hier zum Essen auf dem Fußboden sitzt. Man muss sich das so ähnlich vorstellen wie in Japan, außer dass hier im Schneidersitz gesessen wird und die Japaner sich hinknien.
Alles in allem komme ich mit dem Essen hier klar. Einige Sachen sind stark gewürtzt und manchmal auch scharf. Meist jedoch nicht so scharf, dass man es nicht aushalten kann.
Man sollte sich jedoch darauf einstellen das man auf einige gewohnte Speisen während der Zeit hier einfach verzichten muss. Auch sollte man am Anfang mit einer Eingewöhnungsphase rechnen und ein Durchfallmittel einpacken.
Jeder der bereit ist mal was neues Auszuprobieren sollte hier auch jeden Fall nicht verhungern, dennoch werde ich nach meiner Rückkehr wohl froh sein mal wieder klassische deutsche Hausmannskost zwischen die Zähne zu bekommen und nen Liter frische Vollmilch oben drauf.

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