Mittwoch, 28. Juli 2010

Rückflug buchen

Heute habe ich meinen Rückflug für Dezember mit Emirates gebucht. Ich habe mich aus zwei Gründen für Emirates entschieden. Zum einen erlauben sie als eine von nur wenigen Airlines die Mitnahme von 30kg Gepäck und zum anderen gibt es Studententarife. Andere Airlines begrenzen das Gepäck in der Economy Class auf 20kg, nur für Flüge in die USA gelten andere Regeln.
Ein Limit von nur 20kg wäre für mich absolut tödlich, da man hier unglaublich gut shoppen kann, worüber ich irgendwann noch mal separat berichten möchte.
Um den Studententarif zu bekommen, benötigt man allerdings eine International Students Identity Card, kurz ISIC. Da ich diese nicht in Deutschland beantragt habe, musste ich hier erst mal rausfinden wo man die hier bekommen kann. Ich hatte auch per Email beim AStA der RWTH angefragt aber die Auskunft bekommen, dass man die Karte persönlich abholen muss.
Glücklicherweise gibt es hier in Indien eine Reisebürokette Namens STIC Travels wo man den Ausweis für nur 250 Rupien direkt mitnehmen kann. In Deutschland kostet es dagegen 12 Euro. Die ganze Sache ist völlig problemlos, man muss lediglich ein Passbild, den Reisepass und den Studentenausweis mitbringen.
Mit der Nummer von dem ISIC kann man dann bei www.elumbus-reisen.de das Ticket direkt mit Studentenrabatt buchen. Das soll keine offizielle  Werbung für die Seite sein aber ich habe keine andere gefunden, wo dies einfach so möglich ist. Außerdem bekommt man dort kostenlosen Support per Chat anstatt dass man für 14 Cent pro Minute anrufen muss, wie es bei vielen anderen Onlinereisebüros üblich ist.
Da ich meinen Hinflug auch dort gebucht habe, gab es sogar noch 20 Euro Rabatt. Der Flug hat mich nun 300 Euro gekostet und ich komme direkt in Düsseldorf an, muss also nicht mehr mit dem ICE fahren.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Golkonda Fort


Am Sonntag vor anderthalb Wochen habe ich Golkonda Fort besichtigt. Leider komme ich jetzt erst dazu, etwas darüber zu schreiben.
Die Festung ist einfach riesig. Wenn man den auesseren Ring mit einbezieht ist es wohl vergleichbar mit Carcassonne in Südfrankreich. Die meisten Besucher besichtigen allerdings nur den Teil, der sich hinter der inneren Mauer befindet, den eigentlichen Hauptteil der Festung. Dieser Teil liegt auf einem Huegel und man muss sich bei der Besichtigung von einer Ebene zur nächsten hoch arbeiten, was bei der Hitze ziemlich schweißtreibend ist.
Wir haben uns einen Guide geleistet der uns während des Aufstiegs einiges erklärt hat. Was man zuerst erfährt, wenn man im Eingangsgebäude in die Hände klatscht, kann man das ganz oben in der Festung noch deutlich hören. Das Gebäude ist so konstruiert, dass das Klatschen akustisch verstärkt wird. Man kann dies auch selbst ausprobieren. Wenn man dann oben angekommen ist, kann man das Klatschen der Leute unten hören, was schon beeindruckend ist. Die Torwächter haben auf diese Weise die Bewohner über die Ankunft eines Besuchers informiert, Telefone gab es ja damals noch nicht.
Außerdem erfährt man beispielsweise, dass die Festung über ein ausgeklügeltes Wasserversorgungssystem verfügt hat. Das Wasser wurde von Ebene zu Ebene hoch gepumpt. Die verschiedenen Wasserbecken kann man auch heute noch sehen. Einerseits hatte man dadurch nun überall Wasser andererseits konnte man nun das Wasser von der obersten Ebene mit entsprechend Druck wieder runter laufen lassen um unten zu Duschen. Einige Überreste der Wasserleitungen kann man noch sehen.
Zum Zustand der Bausubstanz muss man sagen, dass nur Teile heute noch komplett erhalten sind. Manche Bereiche der Festung gleichen eher einer Ruine. Die reine Größe des Areals macht es aber trotzdem sehr interessant auch ohne einen Guide über das Gelände zu streifen. Gerade als Kind stelle ich mir das extrem interessant vor.
Geschichtlich kann ich mich leider nicht mehr an die Einzelheiten erinnern. Ich weiß nur, dass es zahlreiche Herrscher und mehrere militärische Auseinandersetzungen gab. Am Ende des Tages, im Sommer um 19 Uhr, kann man sich die sogenannte "Sound & Light Show" ansehen. Dabei wird der innere Bereich der Festung wunderschön beleuchtet und die gesamte Geschichte erzählt.
Vom obersten Teil der Festung hat man einen tollen Blick auf die Umgebung. Man kann von hieraus auch die äußere Mauer sehen und bekommt einen Eindruck davon wie groß die Grundfläche der Festung ist. Zwischen dem inneren und dem äußeren Ring findet man weite Grünflächen und damals wie heute einfache Wohnhäuser. Außerdem gibt es Plaene fuer einen Golfplatz.
Ein paar weitere interessante Gebäude die man von hier aus sehen kann sind die Qutb Shahi Tombs, die sieben Gräber einer Herrscherdynastie. Diese Sehenswürdigkeit werde ich mir in jedem Falle auch noch ansehen. Man könnte auch beides an einem Tag schaffen, dann wird es aber etwas stressig und ich bin auch erst Nachmittags nach Golkonda gefahren, da ich die Lightshow sehen wollte.
Man könnte noch so vieles zu Golkonda Fort erzählen aber ich verweise einfach mal auf den Wikipedia Artikel und empfehle jedem der nach Hyderabad kommt sich einen Besuch hier nicht entgehen zu lassen. Natürlich gibt es noch einiges mehr zu sehen aber Charminar und Golkonda sind die beiden Orte in der Stadt, die man auf jeden Fall besucht haben sollte.

Dienstag, 13. Juli 2010

Birla Mandir

Letztes Wochende am Samstag habe ich Birla Mandir einen Besuch abgestattet. Mandir (oder मंदिर) ist Hindi und bedeutet Tempel. Birla ist die Familie die diese Art von Tempel in Indien errichtet hat. Die Gebäude werden komplett aus weißem Mamor gebaut was recht eindrucksvoll aussieht. Der Tempel hier in Hyderabad ist auf dem höchsten Punkt eines Hügels errichtet und dem Gott Lord Venkateshwara geweiht. Dieser Gott ist anscheinend einer der bekanntesten.
Den Haupt Tempel für diesen Gott findet man in der Stadt Tirupati etwa eine Tagesreise von Hyderabad entfernt aber noch in Andhra Pradesh. Nach Tirupati pilgern jährlich mehr Menschen als nach Rom oder Mekka es ist der angeblich meistbesuchte Pilgerort der Welt und außerdem nach dem Vatikan auch der zweitreichste. Natürlich sind solche Aussagen immer mit Vorsicht zu genießen aber Google bestätigt mir das Tirupati, was Besucherzahlen angeht, auf jeden Fall mit in der obersten Liga spielt.
Erfahren habe ich von Tirupati von mehreren Bekannten die in den letzten zwei Wochen dort hin gepilgert sind und mit kahl rasiertem Kopf zurückgekehrt sind.
Es ist nämlich eine religiöse Tradition bei einer Pilgerreise nach Tirupati oder Tirumala, der eigentliche Ort wo die Tempel stehen, sein Haupthaar dort zu lassen. Selbst viele Damen schrecken nicht davor zurück mit einer Glatze abzureisen. Das gesammelte Haar wird später verkauft und dadurch das Vermoegen des Venkateshswara Tempels vergrößert. Jedes Jahr wechseln so laut Berliner Zeitung 75 Millionen Tonnen Haar von vielen der 20 Millionen Pilger den Besitzer.
Leider hatte ich keine Zeit mit dort hin zu fahren, man muss dies aber auch ein paar Wochen im Vorraus planen da alle Züge komplett ausgebucht sind. Außerdem muss man dort stundenlang schlangestehen, da täglich oft über hunderttausend Besucher durch den Tempel geschleust werden müssen.
Im Birla Tempel hier in Hyderabad ist es leider komplett verboten Bilder zu machen, man muss die Kamera am Eingang abgeben. Das finde ich sehr schade, denn diese weißen Mamorgebaeude sind wirklich sehr eindrucksvoll und auf den Bildern die man vom Eingang aus machen kann sieht man davon nur wenig. Man erkennt hier nur den vorderen Teil, das eigentliche Hauptgebäude verbirgt sich hinter den Felsen.
Man muss außerdem wie an allen hinduistischen religiösen Orten seine Schuhe draußen lassen und barfuß weiterlaufen.
Trotz des Fotoverbots ist Birla Mandir aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Samstag, 10. Juli 2010

Mistkäfer

Heute habe ich auf dem Weg zur Arbeit einen Mistkäfer  auf der Straße entdeckt. Auf Englisch wird dieses Tier auch "Dung Beetle" genannt. Bei Wikipedia fehlte der Link von der englischen zur deutschen Version, also habe ich erst mal gelernt wie man den hinzufügt. Das ist wirklich sehr einfach, einfach am Ende des Artikels ein "[[de:Mistkäfer]]" in die Liste der Sprachen einfügen.
Da ich heute meine Kompaktkamera dabei hatte, habe ich zur Abwechslung mal ein Video gedreht, dass ihr auf Youtube anschauen könnt. (http://www.youtube.com/watch?v=-zgEWam1-MA)
Nur um das noch mal für alle klarzustellen: Um sowohl die Bilder als auch Videos in groß zu sehen, einfach drauf klicken!
Ich finde es einfach faszinierend wie dieses Tier rückwärtslaufend diese Mistkugel vor sich her rollt.
Auch sonst sieht man hier allerlei Interessante Insekten und seit dem Beginn der Regenzeit hat die Mückenpopulation unglaublich stark zugenommen.
Hatte ich ja am Anfang noch berichtet, dass es keinerlei Probleme mit Mückenstichen gibt, so hat sich dies nun radikal geändert. Noch nie in meinem Leben hatte ich so viele Mückenstiche. Vor allen Dingen die Füße und die Unterarme werden gerne angegriffen. Die zurückbleibenden Rötungen sind deutlich kleiner als in Deutschland und jucken auch nur kurze Zeit nach dem Angriff. Dafür zählt man aber oft mehr als 10 Einstiche auf dem Unterarm.
Ich werde meinen Mückenschutz in Zukunft noch verstärken aber selbst bei extremer Vorgehensweise und massivem Gifteinsatz dürfte es unmöglich sein alle Stiche zu verhindern.
Ein weiteres Interessantes Insekt konnte ich auf dem Fußboden im Flur entdecken, eine schöne große Motte , die sich überhaupt nicht von mir stören lassen wollte. Also habe ich mich mal an einer freihand Makroaufnahme versucht. Leider habe ich das entsprechende Objektiv nicht dabei, sonst hätte das Ergebnis vielleicht besser sein können.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Raus aus der Stadt


Am Sonntag habe ich einen Studenten in der Wohnung seines Bruders besucht. Die Fahrt dorthin hat etwa anderhalb Stunden gedauert. So richtig ländlich war die Gegend dort also nicht, da muss man schon noch ein paar Stunden länger fahren, was ich vielleicht bald auch noch einmal machen werde.
Ich bin sehr daran interessiert auch mal dieses "echte Gesicht" von Indien kennen zu lernen. Der größte Teil der Inder lebt nämlich in Armut, d.h. sie müssen, wie ich gelesen habe, mit teilweise deutlich weniger als 2,50 Dollar pro Tag auskommen. Hier in der Stadt merkt man davon nicht so richtig viel.  
Mit deutschen Standards ist es zwar nicht zu vergleichen und es leben teilweise auch einige Leute in Hütten am Straßenrand, jedoch kann man erkennen, dass die meisten Leute genügend Geld zum Leben haben.
In Sangareddy, so hieß der Ort wo ich am Sonntag war, haben sie mir auf meine Nachfrage hin dann doch ein paar Reisfelder und Büffel gezeigt.
Neben Kühen wie man sie aus Deutschland kennt ist der Büffel in Indien scheinbar sehr verbreitet. Da die Tiere als heilige Wesen gelten, dürfen sie sich relativ frei Bewegen. Selbst in den äußeren Bezirken von Hyderabad sieht man sie daher manchmal einfach so über die Straße laufen, angeblich kehren sie irgendwann immer wieder von selbst zu ihrem Besitzer zurück. Interessant auch, viele Büffel leben mit einem Vogel auf dem Kopf, scheinbar eine Art Symbiose.
Was ich auch noch wissen wollte war wie der Reisanbau abläuft. Reis ist  das wichtigste Nahrungsmittel, der Inder, sie können davon allein bei einer Mahlzeit unglaublich viel verdrücken, dementsprechend große Mengen müssen natürlich auch angebaut werden. Allerdings hat zur Zeit die Saison für den Anbau, wie ich erfahren habe, noch nicht begonnen, dazu muss es erst mal ordentlich Regnen, Reis wächst ja bekanntlich auf mit Wasser überfluteten Feldern. Lediglich die ganz jungen Reispflanzen, die eine sehr hellgrüne Farbe haben, werden jetzt schon herangezogen. Nachher werden sie dann auf ein anderes Feld verpflanzt jedoch mit deutlich größeren Abständen.
Lustig war auch noch eine bemalte Kuh am Straßenrand. Das lag daran, dass einen Tag zuvor ein hinduistisches Fest gefeiert wurde. Aus diesem Anlass werden die Kühe dann mit Punkten bemalt und in die Zeremonie mit einbezogen.
Insgesamt kann ich nur sagen es hat richtig gut getan mal aus der Stadt rauszukommen und frische Landluft zu atmen.