Mittwoch, 29. September 2010

Ayodhya

Morgen soll das Urteil im Fall Ayodhya gesprochen werden. Es handelt sich hierbei um einen Streit zwischen Hindus und Muslimen.
In der uralten Stadt Ayodhya wurde eine Moschee auf den Ruinen eines Temples errichtet. Die Moschee wurde 1992 wiederum von Hindus zerstört.  Hm, das kommt einem doch irgendwoher bekannt vor.
Wer mehr wissen will sollte den Wikipedia Artikel lesen oder andere Quellen die es in großer Zahl im Internet gibt. Das ganze Dilema begann aber scheinbar schon 1885 und hat zahlreiche Klagen nach sich gezogen, die sich bis zum heutigen Tage hinziehen. Ich blicke selber noch nicht so ganz durch, jedoch gibt es scheinbar regelmäßig Unruhen und gewaltsame Übergriffe im Zusammenhang mit Ayodhya.
Besonders hier in Hyderabad wo die Bevölkerung jeweils zur Hälfte aus Muslimen und Hindus besteht sollte man morgen auf der Straße extrem vorsichtig sein. Da auch noch die Commonwealth Spiel unmittelbar bevorstehen sind die indischen Sicherheitskräfte zur Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft. Das Gericht wo das Urteil gesprochen werden könnte, falls es nicht wieder verschoben wird, soll einer Festung gleichen.
Ich bin mal gespannt ob ich morgen etwas davon mitbekomme. Einige Leute haben mir sogar geraten vielleicht besser zu Hause zu bleiben.

Mittwoch, 15. September 2010

Geburtstagspost

Heute ist mein Geburtstag. Ich erwähne es deswegen, weil ich von meiner Familie eine Karte in einem Brief bekommen habe und einige sich bestimmt fragen werden, wie lange denn die Post von Deutschland bis Indien benötigt. Der Brief kam exakt heute auf den Punkt genau hier an was ich total toll fand.
Laut Poststempel wurde er am 2.9.2010 abgeschickt. Aufgrund dieser ersten Messung können wir also schließen, das ein Brief hierher rund 14 Tage oder 2 Wochen benötigt.
Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch mal herzlich bei meiner Familie und allen indischen Freunden die heute mit mir gefeiert haben bedanken.

Freitag, 10. September 2010

Qutb Shahi Tombs

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich dort war aber ich muss auf jeden Fall noch über den Besuch der Qutb Shahi Tombs berichten. Wie ich glaube ich in meinem Post über Golkonda Fort geschrieben habe, sind dies die sieben Gräber einer Herrscherdynastie, genannt Qutb Shahi Kings, die hier in Hyderabad von 1518 bis 1687 geherrscht haben. Da es sich hierbei um ein Familiengrab handelt, sehen sich die Gebäude alle sehr ähnlich. Mir hat dieser Ort nicht nur wegen der interessanten Architektur gefallen, sondern vor allem auch weil es hier sehr ruhig und sauber ist. Sobald man den Rikshafahrern am Eingang klar gemacht hat, dass sie einen in Ruhe lassen sollen, kann man völlig ungestört die Idylle genießen und zwischen den einzelnen Gebäuden umherstreifen. 
Wenn man etwas Geld über hat und sich genauer informieren möchte, kann man sich, wie bei den meisten Monumenten in Indien, auch einen englischsprachigen Führer nehmen.
Was mich erstaunt, ist dass die Gräber sich bei den Hyderabadis nicht einer größeren Beliebtheit erfreuen. Die indische Stadtbevölkerung hat scheinbar noch nicht gelernt, wie man sich am Wochenende mal richtig entspannt.
Ich für meinen Teil werde, wenn ich Zeit dafür finde, jedenfalls noch einmal wieder kommen.
Was mir noch aufgefallen ist, scheinbar investieren die Behörden zur Zeit in Renovierungsarbeiten um das Gelände attraktiver zu gestalten und den drohenden Zerfall der einzelnen Gräber zu verhindern. Solche Monumente müssen ja im Prinzip ständig gewartet werden. Aus einigen der Zwiebeldächer kann man bereits kleine Bäume oder Sträucher herauswachsen sehen. Die verschmutzte Luft hinterlässt hier doch deutliche Spuren. Insgesamt fand ich den Zustand aber noch ganz passabel, man muss ja irgendwie auch erkennen können, das es sich hier um Jahrhunderte alte Gebäude handelt.

Montag, 16. August 2010

Steak!

Heute wurde ich für sämtliche Grillabende entschädigt, die ich diesen Sommer verpasst habe. Es war einer dieser Momente, wo es einem schwerfällt nicht in ein Dauergrinsen zu verfallen. Und zwar habe ich heute ein neues Restaurant namens "Chef Inam's Steak House 1" in Masab Tank ausprobiert.

Dies ist wohl so ziemlich der einzige Ort weit und breit wo man Rindfleisch zu essen bekommt. Aber nicht nur das, sondern es ist auch noch unverschämt gut. Für mich mit das beste Stück Fleisch was ich in meinem Leben gegessen habe, absolutes Topniveau. Nach dem was ich hier bezüglich Nahrungsaufnahme schon mitgemacht habe, hätte ich das niemals erwartet. Allein das Privileg, das Fleisch selbst mit Messer und Gabel zerlegen zu dürfen. Normalerweise wird hier in Asien ja schon immer alles vom Koch in mundgerechte Stücke zerlegt. Das sind Augenblicke in denen man einfach alle negativen Dinge vergisst, die man schon erlebt hat und sich denkt, nur dafür hat es sich schon gelohnt nach Indien zu kommen. Ich dachte bis jetzt, so zart und saftig kann Rindfleisch gar nicht sein. Ich bin mal gespannt ob ich noch weitere Läden entdecke wo man Steaks bekommen kann.

Ich denke mal, dass es außer der Zubereitung auch an der Fleischqualität liegt, dass es hier so gut schmeckt. In Europa und den USA werden die Rinder ja extrem hochgezüchtet, möglicherweise leidet darunter auch der Geschmack. Außerdem essen hier nur sehr wenige Leute Rindfleisch was sich auch im Preis wiederspiegelt. Für umgerechnet zwei Euro fünfzig bekommt man hier ein Steak, wofür man in Deutschland bestimmt 15 Euro hinblättern müsste. Abstriche muss man dabei lediglich beim Ambiente machen, da sollte wirklich noch dran gearbeitet werden. Trotzdem ist dieses Lokal bis auf weiteres für mich die kulinarische Topempfehlung in Hyderabad schlechthin.

Noch eine kleine Anekdote am Rande: Ich habe dort auch noch einen Deutschen getroffen. Er war erst 14 Jahre alt und wohnt hier bei einer indischen Gastfamilie. In diesem Alter muss das Erlebnis Indien noch mal wesentlich krasser sein. Für mich war es nach so langer Zeit ein ziemlich seltsames Gefühl mal wieder von Angesicht zu Angesicht auf Deutsch zu reden. Irgendwie habe ich mich schon daran gewöhnt, täglich Englisch zu reden, wenn auch noch immer relativ bescheiden wie ich finde. Die meisten Inder sind halt doch auch keine wirklichen native Speaker, wodurch man viel schlechte sprachliche Angewohnheiten übernimmt.

Wie dem auch sei. Ich werde auf jeden Fall bald wieder ins Steak House 1 einkehren und das nächste Steak auf der Karte probieren. Ein entsprechendes Foto werde ich dann auch nachreichen, leider hatte ich heute meine Kamera nicht dabei.

Samstag, 14. August 2010

Wäsche

Mir fällt im Moment keine Gute Einleitung ein, ich wollte einfach mal erzählen wie das mit dem Wäsche waschen hier so abläuft. Und zwar ist es in sofern ganz interessant, als dass Waschmaschinen hier in Indien im Gegensatz zu anderen technischen Spielereien wie Computer oder Handy, scheinbar immer noch sehr wenig bis gar nicht verbreitet sind. Es wird also konsequenter Weise noch per Hand gewaschen. Man kann dies entweder selber tun oder die Wäsche zum "Wasching Man" geben. Für 60 Rupien oder 1 Euro kann ich etwa 7 Kleidungstücke waschen lassen. Socken wasche ich immer selbst, alles andere lasse ich waschen.
Die Wäsche wird dann auch gebügelt. Dafür verwendet das Personal hier im Campus interessanter Weise ein mit Kohle befeuertes Bügeleisen wie man es in Deutschland noch von früher her kennt. Anderswo habe ich aber auch schon elektrische Bügeleisen gesehen, nicht dass jetzt hier grobe Vorurteile entstehen.
Nachdem ich dieses massive Bügeleisen auch mal selbst in der Hand hatte muss ich sagen, dass das Handling unglaublich gut ist, es lässt sich einfach total gut damit bügeln wohl auch wegen dem Gewicht und der Größe der Sohle. Die einzige Gefahr besteht darin, mit der Kohle aus dem Bügeleisen schwarze Flecken auf der Wäsche zu erzeugen. Ansonsten würde ich es  allen Bügeleisen vorziehen, die ich bis jetzt in der Hand hatte. Allein der dicke Griff liegt richtig schön in der Hand. Es kann natürlich sein, dass ich nach einem ausgiebigen Test meine Meinung ändern würde aber das martialische Gerät hat mich einfach total fasziniert.

Montag, 9. August 2010

IIIT Campus

Viele Leute haben mich nach Bildern von dem Gebäude und dem Gelände gefragt wo ich wohne. Da ich den Kontakt nach Indien über die Uni hergestellt habe, wohne ich hier, wie die meisten wahrscheinlich schon wissen, in einem Campus. Das ist wirklich sehr angenehm, denn das Gelände liegt etwas außerhalb der Stadt und die Luft ist hier auch aufgrund der starken Vegetation vergleichsweise sauber. Außerdem habe ich schon super viele Studenten kennen gelernt. Der Nachteil ist, dass ich von hier aus mit dem Bus etwa eine Stunde bis zum meinem Arbeitsplatz brauche.
Ein Grund warum ich noch keine Bilder von dem Gebäude hier gezeigt habe ist, dass davor total viele Bäume stehen und man eigentlich gar kein richtiges Foto machen kann. Außerdem kann man nicht weit genug zurückgehen, weil auf der anderen Straßenseite ein anderes Gebäude steht. Deshalb haben wir uns heute etwas anderes einfallen lassen. 
Und zwar gibt es auf dem Gelände eine Art Bauruine. Ein Rohbau von einem neuen Gebäude, dass aufgrund der Wirtschaftskrise nicht fertiggestellt werden konnte, da der Sponsor aus der freien Wirtschaft kein Geld mehr hatte. Ich weiß nicht genau, ob die Firma pleite gegangen ist, jedenfalls stehen die Bauarbeiten still. Jetzt wird darauf gewartet, dass von irgendwo her wieder frisches Geld fließt um das Projekt fertigzustellen.
Über Deutschland liest man zur Zeit ja viel positives, was die Wirtschaft angeht, deshalb denke ich, dass die Firmen auch hier bald wieder voll durchstarten.
Wir sind also heute Nachmittag auf das Dach des Rohbaus gestiegen um von dort aus Bilder zu machen. Von da oben hat man wirklich eine super Aussicht. Neben dem Campusgelände befindet sich beispielsweise ein Stadium und auf der anderen Seite kann man einige moderne Bürogebäude sehen, dies sind die Ausläufer von HITEC City. Dort haben alle wichtigen amerikanischen Softwarefirmen wie Google, Amazon und Microsoft große Entwicklungszentren gegründet. Wenn man dort hinfährt, denk man sich auf einem anderen Kontinent zu befinden. Vielleicht werde ich darüber später noch einmal berichten.
Ich bin mit einem Freund aus Äthopien auf dem Dach gewesen. Er möchte jedoch nicht ein meinem Blog verewigt werden, was ich auch respektiere. Heutzutage sollte man mit persönlichen Daten im Internet immer vorsichtig umgehen. India scheint besonders starke Kontakte zu Äthopien zu haben, denn es sind immer mehrere Studenten von dort hier im Campus anzutreffen. Andere Nationalitäten sieht man dagegen , auch sonst überall in der Stadt, selten bis gar nicht.
Offiziel ist es wohl nicht erlaubt sich in dem Rohbau aufzuhalten, es sind ja noch keine Geländer im Treppenhaus montiert und Wände gibt es auch nicht aber was tut man nicht alles für ein gutes Motiv. Jedenfalls sind bei der Aktion  ein paar interessante Bilder entstanden, nur das Licht der untergehenden Sonne hat mir etwas Schwierigkeiten bereitet. Hier im Blog kann ich leider immer nur so viele Bilder zeigen wie der Text lang ist, ich hoffe sie gefallen euch wenigstens.

Die Vegetation ist hier wirklich unglaublich dicht, besonders seit es angefangen hat zu regnen, ist noch mal alles wesentlich grüner geworden und man kann jetzt fast gar nicht mehr hindurchblicken. Was mir seitdem auch aufgefallen ist, es gibt hier nicht nur verdammt viele Mücken sonder auch Schmetterlinge. Ich habe versucht sie zu fotografieren aber das ist einfach absolut unmöglich so wie die hin und her flattern. Ich möchte sie aber auch nicht fangen und töten nur um ein schönes Foto zu bekommen.
Es ist hier auf dem Gelände auch möglich Sport zu treiben. Es gibt mehrere Plätze auf denen man Fußball, Basketball, Volleyball und natürlich die Lieblingssportart der Inder, Cricket, spielen kann. Ich für meinen Teil bleibe bei Basketball. Meine Fußballschuhe habe ich leider nicht eingepackt, ansonsten würde ich auch mal eine Runde kicken gehen. 
Die Bilder zeigen immer noch nicht so richtig das Gebäude in dem ich wohne aber wie gesagt war ich nicht in der Lage, eine vernünftige Perspektive darauf zu bekommen. Das einzige Bild wo es mal komplett zu sehen ist, ist von der Seite. Vielleicht werde ich bald mal versuchen ein Video zu machen und versuchen ob ich es so besser darstellen kann.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Rückflug buchen

Heute habe ich meinen Rückflug für Dezember mit Emirates gebucht. Ich habe mich aus zwei Gründen für Emirates entschieden. Zum einen erlauben sie als eine von nur wenigen Airlines die Mitnahme von 30kg Gepäck und zum anderen gibt es Studententarife. Andere Airlines begrenzen das Gepäck in der Economy Class auf 20kg, nur für Flüge in die USA gelten andere Regeln.
Ein Limit von nur 20kg wäre für mich absolut tödlich, da man hier unglaublich gut shoppen kann, worüber ich irgendwann noch mal separat berichten möchte.
Um den Studententarif zu bekommen, benötigt man allerdings eine International Students Identity Card, kurz ISIC. Da ich diese nicht in Deutschland beantragt habe, musste ich hier erst mal rausfinden wo man die hier bekommen kann. Ich hatte auch per Email beim AStA der RWTH angefragt aber die Auskunft bekommen, dass man die Karte persönlich abholen muss.
Glücklicherweise gibt es hier in Indien eine Reisebürokette Namens STIC Travels wo man den Ausweis für nur 250 Rupien direkt mitnehmen kann. In Deutschland kostet es dagegen 12 Euro. Die ganze Sache ist völlig problemlos, man muss lediglich ein Passbild, den Reisepass und den Studentenausweis mitbringen.
Mit der Nummer von dem ISIC kann man dann bei www.elumbus-reisen.de das Ticket direkt mit Studentenrabatt buchen. Das soll keine offizielle  Werbung für die Seite sein aber ich habe keine andere gefunden, wo dies einfach so möglich ist. Außerdem bekommt man dort kostenlosen Support per Chat anstatt dass man für 14 Cent pro Minute anrufen muss, wie es bei vielen anderen Onlinereisebüros üblich ist.
Da ich meinen Hinflug auch dort gebucht habe, gab es sogar noch 20 Euro Rabatt. Der Flug hat mich nun 300 Euro gekostet und ich komme direkt in Düsseldorf an, muss also nicht mehr mit dem ICE fahren.