Ich denke man kann sagen, dass dies einer der extremsten Tage in meinem Leben war. Eine Indienreise mit Mumbai, der bevölkerungsreichsten Stadt Indiens zu beginnen ist wirklich heftig. This is Madness! Madness? This is Mumbai. Hier leben 14 Millionen Menschen, Mumbai ist damit die größte Stadt Indiens und nach Shanghai die zweitgrößte der Welt, wenn man nach der Einwohnerzahl geht.Wie auch in vielen europäischen Großstädten gibt es sehr viele Pendler. Dabei werden hauptsächlich Züge verwenden. Es gibt mehrere Linien die nach Mumbai hinein führen.
Die Bilder sind in chronologischer Reihenfolge eingefügt aber aus Platzgründen nicht immer direkt neben dem passenden Text.
Bevor ich den Berich über meinen Tagestrip beginne, vorweg noch eine deutliche Warnung: Um den Tag ohne Hitzschlag zu überstehen, sollte man eine Kopfbedeckung tragen und sehr viel Wasser trinken. Chilled Water kann man hier überall für 15 Rupien kaufen, man sollte nur darauf achten, dass der Deckel der Flasche versiegelt ist. Bei 35 Grad Lufttemperatur, was sich auf Grund der Hitze wie über 40 anfühlt, muss man echt aufpassen. Ich habe jetzt auch leichte Kopfschmerzen, was bestimmt nicht nur an der totalen Reizüberflutung liegt.
Man kann es sich natürlich auch einfacher machen als ich und für den ganzen Tag ein klimatisiertes Taxi mieten, dass einen überall herumfährt. Ich habe jedoch beschlossen den Zug zu nehmen um die Stadt aus nächster Nähe zu erleben. Zunächst musste ich mit einem Tuktuk zum Bahnhof Andheri fahren. Wenn man dies zum ersten mal macht fühlt man sich dabei wie in einem alten James Bond Film. Ängstliche Zeitgenossen werden hiermit wohl ziemliche Probleme haben. Es gibt keine Anschnallgurte (auch nicht in den Taxen) und Fahrspuren gibt es auf den Straßen sowieso nicht.
Die Züge hier haben meist keine Fenster sondern Gitter und die Türen bleiben auch während der Fahrt immer geöffnet. Innen gibt es Ventilatoren an der Decke, wahrscheinlich damit in den vollgestopften Zügen wegen der Hitze nicht auch noch jemand umkippt. Bei richtig vollen Zügen stehen die Inder auch in den Türöffnungen, sozusagen mit einem Bein in der Luft.Ich bin bis Churchgate gefahren, was ein Kopfbahnhof ist. Mumbai ist eine Halbinsel so ähnlich wie New York, daher enden alle Gleise hier. Direkt neben Churchgate gibt es ein Touristoffice wo man sich einen Stadtplan holen kann, was sehr zu empfehlen ist. Hier ist es sonst nicht so einfach an einen Plan zu kommen wie in anderen großen Städten.
Von Churchgate aus kommt man schnell zum Gateway of India dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.Daneben befindet sich das seit dem Terroranschlag wohl allen aus dem Fernsehen bekannte Taj Mahal Hotel, das zur Zeit von innen noch renoviert wird. Von hier aus bin ich dann noch ein Stück weiter gelaufen und als ich gemerkt habe, dass ich die Hitze langsam nicht mehr aushalte habe ich ein Taxi zu den Hanging Gardens genommen. Dies ist ein Park im Westen der Stadt, von dort aus kann man hinunter schauen.
Kurz vor dem Hitzetod habe ich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise ein klimatisiertes Restaurant gefunden wo ich etwas gegessen habe. Fragt mich bloß nicht was, ich kann mir nach wie vor keinerlei Namen von irgendwelchen Gerichten merken.
Beim Blick auf die Karte fiehl mir auf, das ganz in der Nähe das Wohnhaus von Mahatma Ghandi liegt und ich habe mich auf die Suche danach begeben. Es liegt etwas versteckt jedoch hat mir eine nette Inderin den Weg erklärt.An dieser Stell muss ich mal erwähnen das man sich auf so einer Reise auf keinen Fall zu schade sein sollte ständig nach dem Weg zu fragen und man sollte am besten auch immer noch mal 100 Meter weiter eine zweite Meinung einholen.
Dabei wird man dann auch feststellen, dass auf der Straße doch längst nich alle Inder Englisch sprechen. Wenn man sich also während der Taxifahrt unterhalten möchte sollte man das vor dem Einsteigen klären.Im Ghandi House erlebte ich die Überraschung des Tages: Ich war zu diesem Zeitpunkt der einzige Besucher, unglaublich in einer 14 Millionen Stadt.
Irgendwie habe ich in solchen Gebäuden immer ein ganz seltsames Gefühl, genau wie im Haus von Salvador Dali in Figueres. Es ist wie eine kleine Zeitreise.
Langsam musste ich an die Rückfahrt denken, an diesem Abend stand ja auch noch der Flug nach Hyderabad auf dem Zeitplan.
Für die Rückfahrt habe ich mir einen anderen Bahnhof ausgesucht, CST (Chhatrapati Shivaji Terminus) Laut Wikipedia:

"Er zählt zu den größten und geschäftigsten Bahnhöfen der Welt und gehört seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe."
Der Stil des Gebäudes nennt sich viktorianische Neogotik. Auch hier wurden während der Terroranschläge 2008 über 50 Menschen erschossen.
Bevor ich von hier den Zug zurück zum Hotel genommen habe wollte ich noch einen kleinen Abstecher zur Town Hall machen, laut Reiseführer ein gutes Fotomotiv. Leider wird dieses Gebäude zur Zeit komplett renoviert und ist somit für Fotos völlig ungeeignet.
Auf der Rückfahrt habe ich vom Bahnhof aus wieder ein Tuktuk genommen. Diesmal Fahrt noch extremer, ich hatte einen Jungen Fahrer und es war ziemlich viel Verkehr.
Im Hotel wurde ich dann mit den Worten empfangen: "Today was a holiday. You should go tomorrow. Then you will get the whole experience."