Der Damm wurde von 1956 bis 1974 errichtet. Er ist ein Mutlifunktionaler Damm, d.h. er wird nicht nur zur Stromerzeugung verwendet sondern hat auch sehr positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft, auch in trockenen Perioden können nun die Felder bewässert werden.
Die Leistung der Turbinen beträgt 815,6 MW. Leider darf man jedoch ohne eine Genehmigung vom Chief Engineer die Turbinenhalle nicht besichtigen. In den letzten Jahren wurden wohl die Sicherheitsvorkehrungen bei so strategisch wichtigen Zielen enorm erhöht, das bemerkt man hier immer wieder. Früher durfte man die Straße, die über den Damm führt betreten um sich alles aus der Nähe anzusehen. Das ist heute überhaupt nicht mehr möglich.
Man sollte nach Möglichkeit am Ende der Regenzeit dorthin fahren, sprich Mitte September, da dann der Stausee bis zum Rand gefüllt ist. Wenn man Glück hat, werden dann die Tore an der Oberkante des Damms geöffnet, da der See ansonsten einfach überlaufen würde. Die Chance alle 26 Tore offen zu sehen besteht leider nur sehr selten, an diesem Wochenende waren aber immerhin 8 Tore geöffnet, was auch schon beeindruckend aussieht. Sonntags waren dann auch richtig viele Menschen dort, um sich das Spektakel anzuschauen.
In der Nähe von Nagarjuna Sagar findet man noch Ettipotala einen wunderschönen Wasserfall, wenn man einmal dort ist sollte man sich den Anblick nicht entgehen lassen.
Leider habe ich mir dabei an den unglaublich niedrigen indischen Türen (ca. 1,70m-1,80m) mehrfach den Kopf gestoßen. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass die Türen so klein sind sondern, dass sie auch noch unterschiedlich hoch sind. Hat man sich also einmal auf die Höhe eingestellt und beugt seinen Kopf entsprechend, stößt man bei der nächsten Tür unweigerlich mit voller Wucht an. Kleiner Tipp von mir für ähnlich große Zeitgenossen: Immer mit einer Hand vor der Stirn durch Engstellen bewegen, auch in indischen Bussen kann es schon mal recht niedrig zugehen.
Ansonsten war es aber sehr angenehm in dem Dorf und ich fand es sehr interessant mal die einfache Lebensweise der Inder kennen zu lernen. Allerdings gibt es dort kein fließendes Wasser, bzw. nur an einer Stelle im Haus und der Strom fällt mehrmals am Tag für längere Zeit aus. Die hygienischen Verhältnisse waren aber trotzdem einwandfrei. Vom Luxusniveau kann man es vielleicht am ehesten mit einem Campingplatz vergleichen.
Auf der Rückfahrt hab ich dann die schöne Natur mit jeder Menge Palmen genossen, die ich auf der Hinfahrt nicht sehen konnte, da es schon dunkel war.